US‑Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard tritt nach umstrittener Amtszeit zurück
Gabbard gibt das Amt des Director of National Intelligence zum 30. Juni auf; Berichten zufolge vom Weißen Haus zum Rücktritt gedrängt
- Tulsi Gabbard tritt am 30. Juni zurück
- Aaron Lukas soll vorübergehend die Leitung übernehmen.
Nach Angaben aus Washington hat Tulsi Gabbard ihren Rücktritt als Director of National Intelligence erklärt und wird das Amt zum 30. Juni niederlegen. In einem Schreiben an Präsident Donald Trump schrieb sie, man habe bereits bedeutende Fortschritte erzielt, doch es bleibe noch Arbeit zu tun. Ihr Rückzug markiert das Ende einer umstrittenen Amtszeit, die wiederholt öffentlich diskutiert worden war.
Im Mittelpunkt der Berichterstattung steht, dass das Weiße Haus Gabbard zum Rücktritt gedrängt haben soll, nachdem sie bei Entscheidungen zu Iran und Venezuela weitgehend ausgegrenzt worden sei. Demnach war sie von Beratungen über Operationen in Venezuela ebenso ausgeschlossen wie von Planungen zu Angriffen auf iranische Ziele. Diese Marginalisierung gilt in Berichten als zentraler Auslöser für ihr Ausscheiden; offizielle unmittelbare Stellungnahmen dazu wurden nicht veröffentlicht.
Zugleich würdigte Präsident Trump Gabbards Arbeit in einer Mitteilung auf seiner Plattform und schrieb, sie habe großartige Arbeit geleistet und werde vermisst. Das Weiße Haus kündigte an, Aaron Lukas, den stellvertretenden Direktor, als amtierenden Director of National Intelligence einzusetzen. Medien hatten zuvor berichtet, Trump habe im Kabinett noch überlegt, Gabbard zu ersetzen; einzelne Medien nannten auch persönliche Umstände im Umfeld Gabbards als zusätzlichen Erklärungsfaktor.
Daneben rückten während ihrer Amtszeit wiederholt frühere Äußerungen und Handlungen Gabbards in den Fokus der Kritik. Gegner verwiesen auf frühere Einschätzungen zu Iran, kontroverse politische Positionen und Treffen, die Fragen zu ihrer außenpolitischen Ausrichtung aufgeworfen hätten. Ihre Nominierung war von Anfang an umstritten, und die Berichte über ihre Marginalisierung nähren die Debatte über ihre Eignung für ein Amt mit Aufsicht über mehrere Geheimdienstbehörden.
Unterdessen fielen die Reaktionen aus dem Kongress deutlich aus. Mark Warner, Vizevorsitzender des Geheimdienstausschusses im Senat, äußerte Mitgefühl mit Gabbard und ihrer Familie und forderte zugleich, dass das Amt Vertrauen, Unabhängigkeit und Rechtsstaatlichkeit wiederherstelle. Senator Adam Schiff kritisierte die Amtsführung scharf und bezeichnete die Periode als politisiert; er forderte Maßnahmen zur Sicherung der Integrität des Geheimdiensteslements.
Nach ihrem Rücktritt ist Gabbard die vierte Frau, die in der aktuellen Regierung vorzeitig das Kabinett verlassen hat; ihr Abgang löst nun einen Führungswechsel an der Spitze der US‑Geheimdienste aus und wirft Fragen zur künftigen Ausrichtung und internen Abstimmung bei sicherheitspolitischen Entscheidungen auf.