Tulsi Gabbard verlässt Posten als US‑Geheimdienstchefin nach umstrittener Amtszeit
Gabbard kündigt Rücktritt zum 30. Juni an; Medien berichten, das Weiße Haus habe sie nach Ausgrenzung bei Iran‑ und Venezuela‑Entscheidungen zum Abgang gedrängt.
- Die Nachrichtendirektorin tritt Ende Juni ab
- Aaron Lukas soll als amtierender Leiter übernehmen.
Nach Angaben US‑amerikanischer Medien und Berichten hat Tulsi Gabbard ihren Rücktritt als Director of National Intelligence angekündigt und wird ihren Posten demnach zum 30. Juni verlassen. In einem Schreiben an den Präsidenten würdigte Gabbard erreichte Fortschritte, betonte aber zugleich, dass noch Arbeit zu leisten sei. Medien berichteten, das Weiße Haus habe sie zum Rücktritt gedrängt.
Zugleich meldeten US‑Medien, Fox News habe zuerst über ihren Abgang berichtet und dabei die Krankheit ihres Ehemanns als Hintergrund genannt. Auf seiner Plattform schrieb der Präsident, Gabbard habe großartige Arbeit geleistet und werde fehlen; er kündigte an, Aaron Lukas, den stellvertretenden Direktor, zum amtierenden Director of National Intelligence zu machen.
Die Berichte zeichnen das Bild einer während der Amtszeit zunehmend marginalisierten Beamtin. Demnach war Gabbard von Entscheidungen zu Venezuela und von der Neubefassung mit Militärschlägen gegen Iran ausgeschlossen. Bereits im vergangenen Juni seien Differenzen deutlich geworden, als der Präsident öffentliche Unterstützung für Angriffe auf iranische Ziele signalisierte — eine Haltung, die Gabbard zuvor in Kongressaussagen anders bewertet hatte.
Während ihrer Zeit im Amt lösten auch innenpolitische Aktionen Kontroversen aus. Gabbard forderte Ermittlungen gegen hohe ehemalige Regierungsmitglieder und erschien an einem Ort, an dem das FBI Beschlagnahmungen im Zusammenhang mit der Wahl 2020 vornahm. Kritiker warfen ihr wiederholt vor, das Amt zu politisieren und die Loyalität gegenüber dem Präsidenten über die institutionelle Unabhängigkeit der Nachrichtendienste zu stellen.
Auf ihre Ankündigung reagierten führende Demokraten mit scharfer Kritik. Mark Warner wünschte Gabbard und ihrer Familie alles Gute und forderte zugleich, der nächste Direktor müsse Vertrauen, Unabhängigkeit und die Integrität der Dienste wiederherstellen. Adam Schiff begrüßte den Rücktritt als positiven Schritt für die nationale Sicherheit und kritisierte Gabbards Vorgehen als zu stark politisiert.
Der Abgang macht Gabbard zur vierten Frau, die in der laufenden Regierung aus dem Kabinett ausscheidet, und löst in Washington Debatten über das Verhältnis zwischen der Exekutive und der Führung der Nachrichtendienste aus. Zugleich wirft die Personalie Fragen zur künftigen Ausrichtung und zur institutionellen Unabhängigkeit der US‑Nachrichtendienste auf.