Labour fordert Farage auf, angeblichen Handy‑Hack bei Polizei zu melden — sonst tut sie es
Anna Turley setzte Nigel Farage eine 24‑Stunden‑Frist, um einen angeblichen, Russland‑verknüpften Hack seines Handys der Polizei zu melden; andernfalls will Labour die Anzeige selbst erstatten.
Nach Angaben der Vorsitzenden der Labour‑Partei, Anna Turley, hat sie Reform‑Chef Nigel Farage aufgefordert, binnen 24 Stunden Anzeige zu erstatten, nachdem in Medienberichten behauptet worden war, sein Telefon sei von Akteuren mit Verbindungen zu Russland kompromittiert worden. In einem Schreiben verlangte sie eine Bestätigung, ob der angebliche Eingriff der Polizei und den zuständigen Sicherheitsbehörden, darunter dem National Cyber Security Centre, gemeldet worden sei.
Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stehen Berichte, wonach Farage Informationen über eine nicht deklarierte Zahlung in Höhe von fünf Millionen Pfund durch den Krypto‑Milliardär Christopher Harborne erhalten hatte, die später in der Presse aufgetaucht waren. Reform‑Parteiquellen teilten mit, Farage habe sein Telefon Experten zur forensischen Untersuchung übergeben; diese Untersuchung habe eine Malware‑Infektion angezeigt, die angeblich aus Russland stamme und seine Kommunikation kompromittiert habe.
Zugleich wiesen Sprecher von Reform darauf hin, der Vorfall sei den relevanten Behörden gemeldet worden, ohne jedoch anzugeben, welche Stellen konkret informiert wurden. Turley argumentierte, ein möglicher Übergriff durch einen feindlichen Staat auf das Gerät eines prominenten Politikers müsse unabhängig und vollständig aufgeklärt werden, weil er nationale Sicherheitsinteressen und das Vertrauen in das politische System berühre.
Daneben äußerte sich Skepsis an der Darstellung Farages: Ciaran Martin, der frühere Leiter des National Cyber Security Centre, bezeichnete die Schlussfolgerung, die Untersuchung weise zwingend auf eine russische Urheberschaft hin, als unbelegt. Er forderte ebenfalls, den Vorfall formell den zuständigen Behörden zu melden, falls dies noch nicht geschehen sei.
Der Streit bildet den Hintergrund einer parlamentarischen Prüfung, ob Farage die erhaltene Zahlung hätte offenlegen müssen. Die Summe war gezahlt worden, bevor er 2024 als Parlamentskandidat aufgestellt wurde; der parlamentarische Kommissar für Standards hat inzwischen Ermittlungen aufgenommen, ob gegen Deklarationsregeln verstoßen wurde.
Nach dem Schritt in Richtung Fristsetzung kündigte Turley an, sollte binnen der gesetzten Zeit keine Bestätigung einer Anzeige vorliegen, werde die Labour‑Partei aus öffentlichem und nationalem Interesse selbst die Polizei und die zuständigen Sicherheitsbehörden informieren. Reform erklärte, es sei unangemessen, weitere Kommentare abzugeben, solange Ermittlungen liefen.