Massive ukrainische Drohnenoffensive trifft Moskau-Region – mindestens drei Tote
Russische Behörden meldeten hunderte abgefangene Drohnen; Präsident Selenskyj bestätigte den Angriff und teilte Videomaterial.
Nach Angaben russischer Behörden tötete eine nächtliche Drohnenoffensive ukrainischer Streitkräfte mindestens drei Menschen in der Region Moskau. Der Gouverneur der Region, Andrey Vorobyov, erklärte, eine Frau sei bei einem Treffer auf ein Wohnhaus am Stadtrand ums Leben gekommen; zwei weitere Tote meldete er aus dem Dorf Pogorelki. Erste Berichte bezeichneten den Angriff als einen der umfangreichsten seit Beginn der großangelegten Invasion 2022.
Das russische Verteidigungsministerium gab an, die heimischen Luftabwehrsysteme hätten in der Nacht insgesamt 556 ukrainische Drohnen im ganzen Land abgefangen. Im weiteren Verlauf des Sonntags seien dem Ministerium zufolge zusätzlich 30 Drohnen abgeschossen worden. Diese hohe Zahl der angegebenen Abschüsse verdeutlicht nach Darstellung der Behörden die Dimension der Offensive sowie den Umfang der eingesetzten unbemannten Systeme.
Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den Angriff in einem Beitrag auf X und veröffentlichte ein Video mit einer großen Rauchwolke am Horizont. Er schrieb, ukrainische Langstreckenwaffen hätten die Region Moskau erreicht und bezeichnete die Aktion als gerechtfertigte Reaktion auf fortgesetzte Angriffe Russlands auf ukrainische Städte und Infrastruktur. Zudem verwies Selenskyj auf die Entfernung von mehr als 500 Kilometern zur ukrainischen Grenze und hob hervor, die Konzentration russischer Luftabwehr sei hoch, werde jedoch überwunden.
Die nächtliche Offensive macht die zunehmende Rolle unbemannter Luftfahrzeuge im Kriegsgeschehen deutlich und stellt die Luftabwehrsysteme beider Seiten vor erhebliche Belastungen. Konkrete Angaben zu weiteren Opfern und zu Umfang der Schäden an Infrastruktur blieben in den vorliegenden Mitteilungen vage; russische Stellen nannten jedoch konkret die drei Todesfälle und die Zahl der abgefangenen Drohnen. Zugleich unterstreichen die gemeldeten Abschüsse die Herausforderung, die von groß angelegten Drohnenoperationen ausgeht.