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Mehr als 1.700 Briten reichen Sammelklage gegen Tui nach Erkrankungen in Kap Verde ein

Irwin Mitchell führt eine Sammelklage mit über 1.700 Betroffenen wegen Magen-Darm-Erkrankungen in Kap Verde; Tui prüft die Vorwürfe, britische Behörden hatten gehäufte Fälle gemeldet.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Mehr als 1.700 Briten reichen Sammelklage gegen Tui nach Erkrankungen in Kap Verde ein
  • Irwin Mitchell berichtet, die Fälle reichen bis in die jüngste Zeit
  • die Kanzlei hält mindestens acht britische Todesfälle nach Reisen nach Kap Verde für möglich.

Nach Angaben von Irwin Mitchell haben sich mehr als 1.700 Menschen einer Sammelklage gegen den Reiseveranstalter Tui angeschlossen. Die Kanzlei führt eine persönliche Schadensklage und erklärt, weiterhin Meldungen von Urlaubern zu erhalten, deren Erkrankungen bis in die letzten zwei Wochen zurückreichen.

Im Mittelpunkt der Klage stehen nach Darstellung der Anwälte schwere Magen‑Darm‑Infektionen und parasitäre Erkrankungen wie E. coli, Salmonellen, Shigellen und Cryptosporidium. Zu den Gemeldeten zählen auch Kleinkinder; das jüngste berichtete Alter liegt bei sechs Monaten. Die Kanzlei hat nach eigenen Angaben Beweismaterial aus Hotels zusammengetragen, darunter Aufnahmen, die auf untergarte Speisen, von Fliegen umstandene Buffetbereiche sowie Schimmel in Zimmern hindeuten.

Nach dem Schritt von Irwin Mitchell weisen öffentliche Gesundheitsdaten auf eine Häufung meldepflichtiger Fälle hin: Seit Oktober 2025 wurden 112 Shigellen‑Fälle und 43 Salmonellen‑Fälle mit Reisen nach Kap Verde in Verbindung gebracht. Die Kanzlei geht zudem davon aus, dass seit Januar 2023 mindestens acht britische Urlauber nach Aufenthalten in Kap Verde gestorben sind; zuvor waren sechs Todesfälle genannt worden.

Zugleich kündigte Tui an, die Vorwürfe zu untersuchen, betonte jedoch, derzeit nicht in der Lage zu sein, eine Stellungnahme abzugeben. Dem Unternehmen zufolge liegt ihm der bislang unveröffentlichte Gesundheitsbericht aus Kap Verde noch nicht vor. Irwin Mitchell erklärte, alle Fälle gegen Tui zu verfolgen und notfalls einen High‑Court-Prozess anzustreben, bei dem Forderungen nach Schadensersatzzahlungen in Millionenhöhe gestellt werden könnten.

Inzwischen hatten britische Gesundheitsbehörden Reisewarnungen und Hinweise für Urlauber herausgegeben, nachdem Berichte über Magen‑Darm‑Erkrankungen an Zahl genommen hatten. Die Entwicklung belastet den Ruf eines beliebten Reiseziels: Kap Verde zieht seit Jahren zahlreiche britische Urlauber an, und seit 2022 hat Tui dort mehr als eine Million Gäste vermittelt.

Daneben bleibt offen, in welchem Umfang konkrete Mängel in einzelnen Hotels oder Probleme der lokalen Infrastruktur für die Ausbrüche ursächlich sind. Irwin Mitchell sagt, die Fälle würden weiter aktenkundig, und die Kanzlei bereite weitere rechtliche Schritte vor, falls sich keine außergerichtliche Einigung mit dem Reiseveranstalter erzielen lasse.