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Mehr als 70 Boote starten in Barcelona: Flottille mit Hilfsgütern und Aktivisten auf dem Weg nach Gaza

Organisatoren sprechen von der bislang größten zivilen Mobilisierung gegen Israels Maßnahmen in Gaza; Greenpeace Spain und Open Arms begleiten die Expedition mit größeren Schiffen.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Mehr als 70 Boote starten in Barcelona: Flottille mit Hilfsgütern und Aktivisten auf dem Weg nach Gaza
Die Global Sumud Flotilla legte von Barcelona ab: Fast 40 Boote verließen den Hafen, weitere Einheiten schließen sich auf dem Mittelmeer an.

Nach Angaben der Veranstalter ist von Barcelona aus eine internationale Flottille mit Aktivisten und Hilfsgütern für Gaza in See gestochen. Die Organisatoren der Global Sumud Flotilla erklärten, dass mehr als 70 Boote und rund 1.000 Menschen aus verschiedenen Ländern an der Aktion beteiligt seien; knapp 40 Boote verließen den nordöstlichen spanischen Hafen unmittelbar, während weitere Schiffe sich auf dem Weg entlang des Mittelmeers anschließen sollen.

Im Mittelpunkt der Mission steht nach Aussage der Initiatoren der Versuch, wieder Aufmerksamkeit auf die Lage der Menschen in Gaza zu lenken. Die Abfahrt war ursprünglich für den 12. April angesetzt, wurde aber wegen schlechten Wetters verschoben. Bei einer symbolischen Verabschiedung betonten Sprecher, die Expedition ziele sowohl darauf ab, Hilfsgüter zu transportieren, als auch politischen Druck auf Regierungen auszuüben, die ihrer Ansicht nach bisher zu wenig unternommen hätten.

Zugleich haben sich bekannte Hilfsorganisationen der Aktion angeschlossen: Greenpeace Spain und die Rettungsorganisation Open Arms stellen jeweils größere Schiffe zur Begleitung der kleineren Boote. Die Aktivisten bezeichnen die Aktion als die bislang größte zivile Mobilisierung gegen die israelischen Maßnahmen im palästinensischen Gebiet und verweisen auf die anhaltende humanitäre Notlage in Gaza, wo nach dem Waffenstillstand binnen sechs Monaten mehr als 700 Menschen getötet wurden und seit Beginn des Kriegs im Oktober 2023 die Zahl der Getöteten deutlich höher liegt.

Vorangegangene Versuche, Gaza per Flottille zu erreichen, waren von israelischen Behörden gestoppt worden. Im vergangenen Herbst wurden Dutzende Boote abgefangen; Teilnehmende, darunter bekannte Aktivisten, waren damals festgenommen, inhaftiert und anschließend ausgewiesen worden. Organisatoren der aktuellen Mission erinnerten daran und betonten, dass die neue Expedition nicht nur Versorgungsgüter bringen, sondern auch öffentlichen Druck und mediale Aufmerksamkeit für Fragen von Hilfszufuhr, Wiederaufbau und politischen Lösungen erhöhen solle.

Die Lage in Gaza prägt die Zielsetzung der Flottille: Rund zwei Millionen Menschen leben weiterhin in stark zerstörten Verhältnissen mit Engpässen bei Nahrungsmitteln und Medikamenten und nur eingeschränktem Zugang für humanitäre Hilfe. Die Initiatoren hoffen, dass die internationale Aufmerksamkeit für die Schiffsexpedition die Debatte über konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der humanitären Lage und über langfristige Perspektiven für die Region wieder anstoßen wird.