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Meta-gerichtsanordnung zwingt Ex-Facebook-Managerin am Hay Festival zum Schweigen

Eine einstweilige Anordnung verhinderte, dass die frühere Facebook-Managerin Sarah Wynn-Williams bei einer Podiumsdiskussion sprach. Ihre Anwälte hatten sie zuvor vor möglichen Sanktionen durch Meta gewarnt.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Meta-gerichtsanordnung zwingt Ex-Facebook-Managerin am Hay Festival zum Schweigen
  • Wegen einer Notfallanordnung blieb Wynn-Williams stumm
  • am Ende erntete sie dennoch stehenden Applaus.

Nach Angaben der Veranstalter saß die frühere Facebook-Managerin Sarah Wynn-Williams während ihres geplanten Auftritts beim Hay Festival die gesamte Zeit schweigend auf der Bühne. Sie war zu einer Gesprächsrunde mit der Investigativjournalistin Carole Cadwalladr und dem Wissenschaftler Tim Wu angekündigt gewesen, äußerte sich jedoch nicht, reagierte nicht mit Gesten und nahm nicht am Austausch teil.

Im Mittelpunkt der Aktion stand die Entscheidung, nichts zu sagen: Das Festival zog während der Veranstaltung vorübergehend den Verkauf ihres Buches Careless People zurück, um eine mögliche Verletzung der von Meta erwirkten Notfallanordnung zu vermeiden. Die Publikation, die im Vorjahr erschien, enthält nach Darstellung in der Berichterstattung Anschuldigungen über interne Praktiken und Entscheidungen bei Meta; das Unternehmen hat diese Darstellungen bestritten. Meta habe eine gerichtliche Anordnung durchgesetzt, die für Verstöße ein Bußgeld in Höhe von 50.000 US-Dollar vorsieht.

Zugleich las Cadwalladr vor Publikum ein Schreiben von Wynn-Williams’ Anwälten vor, das die jüngsten rechtlichen Schritte dokumentierte und darauf verwies, dass Meta in einem Antrag behauptet habe, die bloße Präsenz der Autorin an Orten, an denen das Buch erhältlich sei, könne eine Ordnungswidrigkeit darstellen. Cadwalladr beschrieb das Geschehen als beispielloses Schauspiel und kritisierte Metas Vorgehen als gezielte Provokation; Tim Wu bezeichnete die Einschränkungen öffentlich als Zensur und als Ausdruck unternehmerischer Macht.

Daneben reagierte das Publikum emotional: Am Ende der Stunde erhob sich das Auditorium und spendete Wynn-Williams stehenden Applaus, während sie sichtlich bewegt war. Das Festival nannte den Moment eine Solidaritätsbekundung für die zum Schweigen gebrachte Person. Die Ereignisse zeigen, wie juristische Maßnahmen öffentliche Auftritte und den Umgang mit kritischer Berichterstattung beeinflussen können.