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Meta und Broadcom verlängern Partnerschaft für KI‑Chips bis 2029

Meta und Broadcom verlängern ihre Kooperation bei maßgeschneiderten KI‑Prozessoren bis 2029; Startkapazität von mehr als einem Gigawatt geplant, Hock Tan wechselt in Beratungsrolle.

Handelsblatt 2 Min Lesezeit
Titelbild: Meta und Broadcom verlängern Partnerschaft für KI‑Chips bis 2029
Meta und Broadcom weiten die Chip‑Partnerschaft aus: Mehr als 1 Gigawatt Rechenleistung, Broadcom‑Chef Hock Tan wird Berater für die Chipstrategie.

Nach Angaben der beteiligten Unternehmen haben Meta und Broadcom ihre Zusammenarbeit zur Entwicklung kundenspezifischer Prozessoren für Künstliche Intelligenz bis 2029 verlängert. Die erweiterte Vereinbarung sieht eine anfängliche Rechenkapazität von mehr als einem Gigawatt vor, die die Partner in den kommenden Jahren aufbauen wollen.

Im Mittelpunkt der Vereinbarung steht zudem ein Personalwechsel in der Führungsebene: Broadcom‑Chef Hock Tan wird aus dem Verwaltungsrat von Meta ausscheiden und künftig in einer beratenden Rolle die Chipstrategie des Konzerns unterstützen. Damit verbunden ist eine engere Abstimmung zwischen den beiden Unternehmen bei der Planung und Umsetzung großer Rechenzentren für KI‑Workloads.

Zugleich betonten die Unternehmen, dass die Ausweitung der Kooperation im Kontext einer steigenden Nachfrage nach spezialisierter Rechenleistung für KI‑Anwendungen erfolgt. Die zunächst geplante Kapazität entspreche nach einer erläuternden Einordnung einer Energiemenge, mit der rund 750.000 US‑Haushalte versorgt werden könnten, was das Ausmaß der notwendigen Infrastruktur verdeutlicht.

Daneben wirkte die Ankündigung unmittelbar an den Märkten: Die Broadcom‑Aktie zog nachbörslich spürbar an. Beobachter sehen in der vertieften Zusammenarbeit einen Schritt, mit dem große Technologieunternehmen ihre Abhängigkeit von bisherigen Anbietern reduzieren und gleichzeitig die Verfügbarkeit maßgeschneiderter Hardware für Trainings‑ und Inferenzaufgaben sichern wollen.

Unterdessen verfolgt Meta eine klar erkennbare Strategie, vermehrt auf eigens entwickelte Chips zu setzen. Zuletzt hatte das Unternehmen vier neue Modelle seines MTIA‑Programms (Meta Training and Inference Accelerator) vorgestellt; der erste Chip, MTIA 300, ist bereits in Ranking‑ und Empfehlungssystemen im Einsatz, weitere Generationen für Inferenz sollen folgen.

Gleichzeitig positioniert sich Broadcom in den vergangenen Jahren verstärkt als Partner für kundenspezifische KI‑Lösungen und profitiert von der gestiegenen Nachfrage nach Alternativen zu den bisherigen Marktführern. Die erweiterte Kooperation zielt insgesamt darauf ab, die für große KI‑Modelle nötige Rechenbasis zu schaffen und die Integration von Hardware und Software enger zu verzahnen.