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Nordische Koalition drängt EU, Verbot neuer Öl- und Gasbohrungen in der Arktis beizubehalten

Finanzinstitute, Gewerkschaften und Klimawissenschaftler warnen vor ökologischen Schäden und erhöhten Sicherheitsrisiken, sollten EU‑Positionen zu Arktis‑Bohrungen aufgeweicht werden.

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Titelbild: Nordische Koalition drängt EU, Verbot neuer Öl- und Gasbohrungen in der Arktis beizubehalten
127 Unterzeichner fordern die EU‑Kommission auf, bei der Überarbeitung der Arktis‑Strategie am Verbot neuer Öl‑ und Gasprojekte festzuhalten.

Nach Angaben einer nordischen Koalition aus Finanzinstitutionen, Gewerkschaften und Klimawissenschaftlern richtete die Gruppe einen offenen Brief an fünf EU‑Kommissare und fordert die Union auf, das bestehende Verbot neuer Öl‑ und Gasbohrungen in der Arktis nicht aufzuweichen. Die Initiative reagiert auf die laufende Überarbeitung der EU‑Arktisstrategie, die nach Auffassung der Unterzeichner eine Neubewertung der Haltung Brüssels gegenüber Explorationsprojekten nahelegt.

Die Koalition stützt ihre Forderung primär auf ökologische Risiken und sicherheitspolitische Erwägungen. Ihrer Darstellung zufolge erwärmt sich die Arktis deutlich schneller als der globale Durchschnitt, und eine Ausweitung fossiler Förderung im sensiblen südlichen Barentsmeer könne Marineökosysteme dauerhaft schädigen. Hinzu komme, dass neue Infrastruktur in der Nähe russischer Hoheitsgebiete nach Ansicht der Unterzeichner die Angriffsflächen für Sabotage und hybride Bedrohungen vergrößern würde, falls arktisches Öl und Gas für Europas Versorgung relevant werden.

Gleichzeitig werden Gegenpositionen aus der Industrie dokumentiert. Equinor betont, die Aktualisierung der Arktisstrategie solle die Bedeutung der nördlichen Gebiete für Versorgung, Vorbereitung und Stabilität berücksichtigen und verweist auf einen wissensbasierten, demokratisch verankerten Rahmen norwegischer Aktivitäten. Die Kommission weist darauf hin, dass die Strategie von 2021 überarbeitet werde, um auf die veränderte Lage in der Region zu reagieren.

Die Unterzeichner plädieren stattdessen für eine stärkere Ausrichtung der EU‑Politik auf Elektrifizierung, verbesserte Netzeffizienz und einen beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien. Nach ihrer Einschätzung sei dies der nachhaltigste Weg, um die langfristige Energiesicherheit der Union zu stärken, ohne neue Abhängigkeiten von fossilen Importen zu schaffen. Der offene Brief wurde von 127 Personen und Institutionen unterzeichnet, darunter namentlich ehemalige Politiker aus Deutschland und Dänemark.