Öffentlicher Bruch zwischen Trump und Meloni nach Trumps Kritik am Papst
Die bislang enge Beziehung zwischen Washington und Rom ist offen in eine Krise geraten, nachdem Präsident Trump Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni wegen ihrer Kritik an Äußerungen über den Papst scharf attackierte.
- Trump nennt Meloni inakzeptabel
- Rom wies zuvor Trumps Angriffe auf Papst Leo XIV. zurück.
Nach Angaben aus Rom und Washington hat sich das Verhältnis zwischen US‑Präsident Donald Trump und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni binnen Tagen deutlich verschlechtert. Auslöser waren Trumps öffentliche Angriffe auf Papst Leo XIV.; Meloni bezeichnete diese Kritik als inakzeptabel und verteidigte das Recht des Pontifex, für Frieden zu werben. Daraufhin warf Trump Meloni vor, die Vereinigten Staaten in der Iran‑Krise nicht ausreichend zu unterstützen.
Im Mittelpunkt des Streits steht die Rolle des Papstes in der Debatte über einen möglichen militärischen Eingriff in Iran. Der Pontifex hatte sich gegen militärische Schritte ausgesprochen; Meloni betonte, es sei angemessen, dass das Oberhaupt der katholischen Kirche den Frieden fordert und Krieg verurteilt. Sie wies zugleich politische Instrumentalisierung religiöser Autorität zurück und verteidigte damit eine grundsätzlich unterschiedliche Herangehensweise zu Washingtons Security‑Interessen.
Zugleich verschärften konkrete Entscheidungen Roms die Spannungen mit Washington. Ende März lehnte Italien offenbar eine Bitte des US‑Militärs ab, Flugzeuge auf der Basis Sigonella auf Sizilien landen zu lassen. Außerdem setzte die Regierung die automatische Verlängerung eines Verteidigungsabkommens mit Israel aus, das den Austausch von Ausrüstung und technischer Forschung regelte. Diese Schritte gelten in diplomatischen Kreisen als Ausdruck einer eigenständigeren außenpolitischen Linie.
Inzwischen reagierte Trump scharf auf Melonis öffentliche Stellungnahme und warf ihr mangelnden Rückhalt für die US‑Sicherheitsposition vor, insbesondere in der Frage eines Eingreifens in Iran. Der Ton des Präsidenten, der zuvor Lob und warme Worte für Meloni gefunden hatte, verwandelte sich damit in offene Kritik und veränderte die Dynamik zwischen beiden Staaten. Beobachter sehen in dem Disput eine Zäsur nach Monaten intensiver Begegnungen und gegenseitiger Anerkennung.
Daneben haben die Kombination aus persönlichen Angriffen und politischen Signalen binnen kurzer Zeit spürbare diplomatische Effekte erzeugt. Die Auseinandersetzung legt Differenzen in zentralen außenpolitischen Fragen offen und stellt die bisher enge transatlantische Zusammenarbeit auf eine neue Probe. Ob sich das Verhältnis wieder stabilisieren lässt, hängt nun von weiteren politischen Schritten und dem weiteren Umgang beider Seiten mit dem Streit um den Papst und die Iran‑Krise ab.