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Ölverschmutzung des Nistru nach Angriff auf ukrainisches Kraftwerk löst Umweltalarm in Moldau aus

Nach einem Beschuss des Novodnistrovsk‑Wasserkraftwerks trat offenbar Benzin in den Nistru; Moldau rief Umweltalarm aus, organisierte Evakuierungs- und Hilfsmaßnahmen und macht Russland verantwortlich.

Paula Erizanu 2 Min Lesezeit
Titelbild: Ölverschmutzung des Nistru nach Angriff auf ukrainisches Kraftwerk löst Umweltalarm in Moldau aus
  • Die Verunreinigung bedroht einen großen Teil der moldauischen Trinkwasserversorgung
  • EU‑Partner leisteten rasche Unterstützung, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Nach Angaben moldauischer Behörden und Augenzeugen führte ein Angriff auf das Novodnistrovsk‑Wasserkraftwerk in der Ukraine Anfang März zu einer großflächigen Ölverschmutzung des Nistru (Dniester). Ein Naturfilmer aus Naslavcea entdeckte dunkle Flecken auf der Wasseroberfläche und nahm einen starken Benzingeruch wahr; seine Aufnahmen machten die Behörden auf den Vorfall aufmerksam. Zwei Tage zuvor hatten Anwohner den Beschuss des Kraftwerks gehört, woraufhin die ersten Tests entlang des Flusses angeordnet wurden.

Im Mittelpunkt der staatlichen Reaktion stand ein am 16. März ausgerufener Umweltalarm in Chișinău. Präsidentin Maia Sandu bezichtigte Russland unmittelbar der Verantwortung; ein Krisenzentrum wurde eingerichtet, um die Lage zu überwachen und Gegenmaßnahmen zu koordinieren. Behörden setzten Ölsperren und absorbierende Barrieren ein und organisierten alternative Wasserversorgungen für betroffene Gemeinden, während laufende Probenaufnahmen die Verunreinigung dokumentieren sollten.

Zugleich mobilisierten europäische Partner Unterstützung: Die Europäische Union aktivierte Notfallhilfen, und Nachbarstaaten wie Rumänien und Polen lieferten Material sowie Personal. Ziel der Maßnahmen war es, das Voranschreiten der Treibstoffmassen stromabwärts zu verhindern und insbesondere eine Ausbreitung Richtung Hauptstadt zu vermeiden. Chișinău ist stark vom Nistru abhängig; etwa ein Drittel der Bevölkerung lebt dort und die Stadt bezieht einen großen Teil ihres Trinkwassers aus dem Fluss.

Daneben hat der Vorfall innenpolitische Spannungen verstärkt und die ohnehin vorhandene Unsicherheit in Moldau vertieft. Die Kontamination trifft ein Land, das seit Beginn des Kriegs in der Nachbarschaft mit wiederholten Luftraumverletzungen, Angriffen auf Energieinfrastruktur sowie ökonomischen Belastungen zu kämpfen hat. Für viele Anwohner bedeutet die Verunreinigung eine zusätzliche Belastung nach Jahren mit Flüchtlingsbewegungen, Energiekrisen und steigender Inflation.

Nach dem Schritt, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, bleibt die Lage vor Ort angespannt: Behörden führen fortlaufend Tests durch und setzen Reinigungsarbeiten fort, während internationale Hilfe ankommt. Konkrete Erkenntnisse zur genauen Herkunft und zum Ausmaß der freigesetzten Substanzen stehen weiterhin im Mittelpunkt der Untersuchungen, ebenso die Frage, wie groß die Folgen für die Trinkwasserversorgung entlang des Flusses langfristig sein könnten.