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Orbáns Niederlage droht Förderströme an die europäische Rechte abzuschneiden

Der Sturz von Viktor Orbán droht die Finanzströme versiegen zu lassen, mit denen Budapest über Jahre Thinktanks, Medienprojekte und rechte Intellektuelle in Großbritannien unterstützte.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Orbáns Niederlage droht Förderströme an die europäische Rechte abzuschneiden
Nach 16 Jahren Orbán-Regierung steht ein eng verflochtenes Netzwerk aus geförderten Denkfabriken, Medienprojekten und Persönlichkeiten vor dem Aus oder einer schmerzhaften Neuausrichtung.

Nach Angaben der vorliegenden Berichte hat die schwere Wahlniederlage Viktor Orbáns unmittelbar Folgen für ein über Jahre aufgebautes Fördernetzwerk, das protektionistisch-konservative und populistisch-rechte Initiativen im Ausland bediente. Budapest habe in dieser Zeit Millionen an Stiftungen und Einzelpersonen überwiesen, darunter mehrere prominente britische Konservative und Intellektuelle, deren Arbeit maßgeblich von diesen Zuwendungen abhängt.

Im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte stehen Einrichtungen wie das Mathias Corvinus Collegium (MCC) und seine Auslandsausläufer, insbesondere MCC Brussels, die seit ihrer Gründung große Summen aus Ungarn erhalten haben. MCC Brussels sei seit 2022 nahezu vollständig durch einen Zuschuss des Collegiums finanziert worden, und Kritiker verweisen darauf, dass die Finanzbasis des Collegiums teilweise aus Anteilen an dem ungarischen Energiekonzern MOL resultiere.

Zugleich nennen die Berichte mehrere einzelne Nutznießer dieser Unterstützungen: Zu ihnen zählen der Tory-Peer David Frost, der frühere Reform-UK-Berater Matt Goodwin, James Orr und weitere Autoren sowie Thinktank-Akteure. Organisationen wie die Roger Scruton Legacy Foundation hätten seit 2023 mehr als eine halbe Million Pfund erhalten, was nach den vorliegenden Dokumenten über 90 Prozent ihrer ausgewiesenen Einnahmen ausmache. Zahlungen an einzelne Gastwissenschaftler und Fellows bewegten sich demnach in einer Spanne von etwa 5.000 bis 10.000 Euro pro Monat.

Inzwischen geraten auch mediale Projekte und Plattformen in den Fokus der Kritik; als Beispiel wird das englischsprachige Portal Remix News genannt, dem vorgeworfen wird, rechte und migrationskritische Narrative zu verbreiten. Ferenc Kumin, Ungarns Botschafter, und weitere mit Orbán verbundene Akteure könnten infolge des Machtwechsels ihre Positionen verlieren oder deutlich an Einfluss einbüßen.

Daneben hat der designierte ungarische Regierungschef Péter Magyar erklärt, der Staat solle solche finanziellen Verflechtungen nicht länger tragen und keine staatlichen Mittel mehr für parteinahe Projekte einsetzen. Einige Geförderte kündigten an, im Falle wegfallender Unterstützungen alternative Finanzierungsquellen wie Stiftungen oder private Spenden zu suchen und ihre Arbeit gegebenenfalls mit reduziertem Umfang fortzusetzen.