Osterwaffenruhe in der Ukraine endet nach 32 Stunden – Beide Seiten melden Tausende Verstöße
Die befristete Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest hielt nur kurz; beide Seiten melden jeweils rund 2.000 Verstöße. Dennoch gingen die russischen Luftangriffe zeitweise zurück.
Nach Angaben aus Kiew und Moskau ist die befristete Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest nach etwa 32 Stunden wieder ausgelaufen. Die Vereinbarung war am Samstagnachmittag in Kraft getreten und endete am späten Sonntag; trotz des formalen Stops meldeten beide Seiten erhebliche Verstöße gegen den vereinbarten Waffenstillstand.
Im Mittelpunkt der ukrainischen Meldungen stand die Zahl von 2.299 Verstößen, die das Generalstab der Streitkräfte bis 07:00 Uhr am Sonntag registriert haben will. Darunter fielen Angriffe auf Stellungen, Artilleriebeschuss und Einsätze kleiner Drohnen; nach ukrainischer Darstellung wurden jedoch keine Langstreckendrohnen, gelenkten Bomben oder Raketen eingesetzt. Ein ukrainischer Militärangehöriger bestätigte, dass Gefechte gegen Stellungen fortgesetzt worden seien.
Gleichzeitig gab es von russischer Seite die Angabe von 1.971 Verstößen durch ukrainische Truppen, wobei auch Drohnenangriffe genannt wurden. Aus der Verwaltung der russischen Grenzregion Belgorod wurde berichtet, dass Rettungskräfte am Samstag zwei tote Zivilisten geborgen hätten, die einem Angriff zum Opfer gefallen seien. Diese Berichte illustrieren die unterschiedliche Darstellung dessen, was sich entlang der Front tatsächlich ereignete.
Unterdessen zeichnete sich während des Zeitraums eine relative Absenkung der russischen Luftangriffe ab, auch wenn die Lage entlang der etwa 1.200 Kilometer langen Frontabschnitte weiter angespannt blieb. Der Kreml machte deutlich, dass russische Truppen ihre Operationen nach Auslaufen des Waffenstillstands fortsetzen würden und betonte die Notwendigkeit, bestimmte Teile der umstrittenen Region Donezk unter Kontrolle zu bringen.
Daneben fand auf diplomatischer Ebene ein kurzer Vorstoß statt: Der ukrainische Präsident gratulierte dem neuen ungarischen Ministerpräsidenten Péter Magyar zu dessen Wahlsieg und signalisierte Bereitschaft zu Gesprächen mit der neuen Führung. Die Europäische Union werde aufmerksam verfolgen, ob sich die ungarische Politik gegenüber der Ukraine unter der neuen Regierung ändert.