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Papst Leo XIV verurteilt ‚Tyrannen‘ bei hochgesichertem Besuch in Bamenda

Bei einem Gottesdienst in der anglophonen Region Kameruns verurteilte der Papst Ausbeutung, Gewalt und den Missbrauch von Religion für politische Zwecke.

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Titelbild: Papst Leo XIV verurteilt ‚Tyrannen‘ bei hochgesichertem Besuch in Bamenda
In Bamenda forderte der Papst Führungspersonen auf, Korruption und Menschenrechtsverletzungen zu bekämpfen und Mittel in Heilung und Bildung zu investieren.

Nach Angaben aus Bamenda sprach Papst Leo XIV am Donnerstag in der Saint Joseph's Cathedral vor versammelten Gläubigen und wandte sich scharf gegen jene, die Religion für militärische, wirtschaftliche oder politische Ziele instrumentalisierten. In einer eindringlichen Predigt verurteilte er die Ausbeutung des Heiligennamens und sprach von Tyrannen, die die Welt verwüsten. Seine Worte richteten sich gegen Akteure, die religiöse Autorität missbrauchen, um Gewalt und Unterdrückung zu rechtfertigen.

Zugleich stellte der Pontifex die anhaltende Gewalt in den anglophonen Regionen Kameruns in den Mittelpunkt seiner Kritik. Er beschrieb Bamenda als ein blutbeflecktes, zugleich fruchtbares Gebiet und hob hervor, wie der fast zehnjährige Separatistenkonflikt Bildung, Sicherheit und das tägliche Leben der Bevölkerung schwer beschädigt hat. Die Stadt gilt als Epizentrum dieser Krise, in deren Folge Tausende Menschen getötet wurden.

In seiner Predigt prangerte der Papst außerdem die Ausbeutung afrikanischer Ressourcen an und warf verantwortlichen Akteuren vor, erzielte Profite in Rüstung zu investieren. So würden Kreisläufe der Destabilisierung und des Todes genährt; gleichzeitig fehlten Mittel für Heilung, Bildung und Wiederaufbau. Er rief dazu auf, Prioritäten umzukehren und Ressourcen gezielt für Versöhnung, soziale Dienste und die Erneuerung verletzter Gemeinschaften einzusetzen.

Bei seiner Ankunft fuhr der Papst unter starkem Sicherheitsaufwand in einem gepanzerten Fahrzeug vor, segnete die versammelten Gläubigen und entließ zum Abschluss weiße Tauben als Zeichen des Friedens. Vor dem offiziellen Gottesdienst appellierte er an die kamerunischen Führungskräfte, ihr Gewissen zu prüfen und gegen Korruption sowie Menschenrechtsverletzungen vorzugehen. Sein Besuch in Kamerun ist Teil einer viertägigen Afrika-Reise, die ihn nach Douala und anschließend nach Angola führen soll.