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Papst Leo XIV verurteilt ‚Tyrannen‘ und Ausplünderung Afrikas bei Besuch in Bamenda

Bei seinem Auftritt in Bamenda kritisierte der Papst die Instrumentalisierung von Religion, Korruption sowie die Ausbeutung afrikanischer Ressourcen und rief zu Verantwortung und Schutz der Zivilbevölkerung auf.

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Titelbild: Papst Leo XIV verurteilt ‚Tyrannen‘ und Ausplünderung Afrikas bei Besuch in Bamenda
In einer ungewöhnlich deutlichen Rede verurteilte Papst Leo XIV ‚Tyrannen, die die Welt verwüsten‘, und forderte nationale wie internationale Akteure zum Handeln gegen Ausplünderung auf.

Nach Angaben des Vatikans hat Papst Leo XIV am Donnerstag in der nordwestkamerunischen Stadt Bamenda scharfe Vorwürfe gegen jene erhoben, die Religion für militärische, wirtschaftliche und politische Zwecke missbrauchen. In der Kathedrale Saint Joseph sprach er von ‚Tyrannen, die die Welt verwüsten‘ und warnte davor, den Glauben in Dunkelheit und Verfall zu ziehen.

Zugleich prangerte er die fortdauernde Ausbeutung des afrikanischen Kontinents an. Der Papst beklagte, dass die Erlöse aus Rohstoffen häufig in Waffen und Destabilisierung flössen, während Mittel für Wiederaufbau, Bildung und Heilung fehlten. Bei einer späteren Messe am renovierten Flughafen von Bamenda wiederholte er diese Kritik und bezeichnete das Geschehen als Ausplünderung des Kontinents.

Im Mittelpunkt seiner Ansprache stand auch ein Aufruf zur moralischen Verantwortung der nationalen Führung. Bereits bei seiner Ankunft forderte er die kamerunischen Entscheidungsträger auf, ihr Gewissen zu prüfen und gegen Korruption sowie Menschenrechtsverletzungen vorzugehen. Die Rede am Präsidialpalast, zu der Präsident Paul Biya anwesend war, war ungewöhnlich direkt und nahm Bezug auf die jüngsten Proteste sowie den langjährigen Konflikt in den anglophonen Regionen.

Unterdessen verlief der Besuch unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Der Papst reiste in einem gepanzerten Popemobil nach Bamenda; zuvor hatten separatistische Gruppen eine kurze Feuerpause angekündigt, um die sichere Anreise zu ermöglichen. Tausende Gläubige empfingen ihn in der Stadt mit Gesang und symbolischen Friedensgesten, als er weiße Tauben freiließ.

Daneben hob Leo XIV die soziale Dimension der Krise hervor und verband den Ressourcenabfluss mit anhaltender Gewalt. Er kritisierte, dass Gewinne aus dem Rohstoffabbau kaum in lokale Entwicklung zurückflößen und somit ein Teufelskreis von Misswirtschaft und Konflikt bestehe. Die Region, in der er sprach, gilt seit Jahren als Epizentrum eines anglophonen Separatistenkonflikts, der zahlreiche Tote gefordert hat.

Gleichzeitig war die Stimmung bei Teilen der Bevölkerung von Hoffnung geprägt: Viele Bewohner begrüßten den Besuch als Zeichen der Aufmerksamkeit für ihre Lage und als Aufforderung an die Verantwortlichen, konkrete Schritte für Frieden und Gerechtigkeit zu unternehmen.