Pentagon vergibt 9,7‑Milliarden‑Dollar‑Vertrag an Dell für Microsoft‑Lizenzen
Teil des Pentagon‑weiten Core Enterprise Technology Agreement: Dell Federal Systems soll über fünf Jahre Microsoft‑Lizenzen, Cloud‑Abonnements und On‑Premises‑Software bereitstellen und verwalten.
- Das Pentagon bezeichnet die Vergabe als wettbewerblich
- die zeitliche Nähe zu Trumps öffentlicher Kaufempfehlung und Offenlegungen zu Wertpapierbeständen löst zusätzliche Aufmerksamkeit aus.
Nach Angaben des US‑Verteidigungsministeriums hat Dell Federal Systems, die regierungsorientierte Einheit von Dell Technologies, einen fünfjährigen Vertrag im Volumen von 9,7 Milliarden US‑Dollar erhalten. Demnach umfasst der Auftrag die Bereitstellung und Verwaltung von Microsoft‑Softwarelizenzen, Cloud‑Abonnements sowie On‑Premises‑Softwarelizenzen für Militär, Nachrichtendienste und die Küstenwache.
Das Geschäft ist demnach Teil des Core Enterprise Technology Agreement (CETA), eines Pentagon‑weiten Rahmens zur Microsoft‑Lizenzierung und Softwarebeschaffung. US‑CIO Kirsten Davies erklärte, CETA solle fragmentierte IT‑Haushalte zusammenführen und dem Ministerium jährliche Einsparungen von rund 422 Millionen Dollar ermöglichen. Die geplante Konsolidierung über eine zentrale Beschaffungsstruktur wird als zentrales Ziel des Abkommens genannt.
Zugleich betonten Davies und der amtierende CIO der Marine, Barry Tanner, dass die Vergabe einem wettbewerblichen Auswahlverfahren unterlag. Tanner wies darauf hin, dass Anbieter anhand von Wettbewerb, Vergleichen mit GSA‑Schedule‑Preisen und dem Wertschöpfungsbeitrag für das Verteidigungsministerium bewertet worden seien. Das Pentagon hält an seiner Darstellung fest, dass die Auswahl auf Grundlage dieser Bewertungsmaßstäbe getroffen worden sei.
Die Bekanntgabe fiel weniger als drei Wochen nach einem öffentlichen Auftritt von Präsident Donald Trump im Weißen Haus, in dem er Bürgern empfohlen hatte, go out and buy a Dell. Kurz darauf reagierte der Markt: Die Dell‑Aktie stieg vorbörslich um rund fünf Prozent von etwa 305 auf etwa 320 US‑Dollar. Diese zeitliche Abfolge, verbunden mit jüngsten Offenlegungen zu Investitionskonten, die Dell‑Technologies‑Anteile ausweisen, hat bei Ethikbeobachtern und politischen Kritikern erhöhte Aufmerksamkeit hervorgerufen.
Daneben rückt die langjährige Verbindung zwischen Michael Dell und der Regierung in den Blick. Im Dezember 2025 hatten Michael Dell und seine Ehefrau Susan bei einer Weißen‑Haus‑Veranstaltung eine Spende in Milliardenhöhe für ein Regierungsprogramm angekündigt, und Michael Dell sitzt im Council of Advisors on Science and Technology des Präsidenten. Vor diesem Hintergrund wird die Konvergenz von öffentlicher Unterstützung, Aktienbewegung und Vertragsvergabe als kritisch kommentiert.