Pentagon vergibt 9,7‑Milliarden‑Dollar‑Vertrag an Dell zur Verwaltung von Microsoft‑Software
Dell Federal Systems erhält fünfjährigen, 9,7‑Milliarden‑Dollar‑Auftrag im Rahmen des Pentagon‑weiten CETA‑Programms; Vergabetiming löst öffentliche Debatten aus.
- Der Auftrag umfasst Microsoft‑Lizenzen, Cloud‑Abonnements und On‑Premises‑Lizenzmanagement für Militär, Nachrichtendienste und Küstenwache
- das Pentagon hebt den Wettbewerbscharakter des Auswahlverfahrens hervor.
Nach Angaben des US‑Verteidigungsministeriums wurde Dell Federal Systems, die auf Regierungsaufträge fokussierte Einheit von Dell Technologies, mit einem fünfjährigen Vertrag über 9,7 Milliarden US‑Dollar beauftragt. Der Rahmenvertrag sieht vor, Microsoft‑Softwarelizenzen, Cloud‑Abonnements sowie das Management von On‑Premises‑Lizenzbeständen für die gesamten US‑Streitkräfte, US‑Nachrichtendienste und die Küstenwache bereitzustellen und zu betreiben.
Im Mittelpunkt steht das Core Enterprise Technology Agreement (CETA), ein pentagonweites Beschaffungsinstrument für Microsoft‑Lizenzierung und Software. Nach Angaben der CIO des Verteidigungsministeriums soll CETA durch die Bündelung zuvor zersplitterter Technologiebudgets jährliche Einsparungen von rund 422 Millionen Dollar ermöglichen und damit die Beschaffung für das Ministerium zentralisieren.
Zugleich weckt der Zeitpunkt der Vergabe besondere Aufmerksamkeit: Die Entscheidung fiel weniger als drei Wochen nach einer öffentlichen Aufforderung des Präsidenten, Produkte von Dell zu kaufen. Pentagon‑Vertreter betonten, die Auswahl sei in einem wettbewerblichen Prozess erfolgt; Anbieter seien anhand von Preisvergleichen mit GSA‑Konditionen und ihres Gesamtwerts für das Ministerium bewertet worden. Diese Erklärung zielt darauf ab, Vorwürfe möglicher Bevorzugung zurückzuweisen.
Die Bekanntgabe hatte unmittelbare Marktreaktionen zur Folge: Dell‑Aktien legten im vorbörslichen Handel deutlich zu. Analystenschätzungen, die vor Vorlage der Quartalszahlen genannt wurden, hatten das für das erste Geschäftsquartal erwartete Umsatzniveau der Firma bereits in den Blick genommen. Vertreter des Pentagon wiederholten, die Vergabe sei nach den geltenden Beschaffungsregeln erfolgt; nähere Angaben zur konkreten Leistungsaufteilung und zu potenziellen Unterauftragnehmern machte das Ministerium nicht.
Daneben wird die Verbindung zwischen öffentlichen Äußerungen und nachfolgenden Regierungsaufträgen kritisch beobachtet. Die Mitteilung des Verteidigungsministeriums enthält keine detaillierten Informationen zu Vertragsbedingungen oder Kontrollmechanismen, die Befangenheitsfragen adressieren könnten. Insgesamt bündelt der neue CETA‑Vertrag zentrale Software‑Beschaffungen des Pentagons und verändert damit die Steuerung von Microsoft‑Lizenzen und Cloud‑Diensten innerhalb des Verteidigungsbereichs.