Péter Magyar verlangt Abgang von 'Orbáns Marionetten' und kündigt pro‑europäischen Kurs an
Nach seinem klaren Wahlsieg verlangt Péter Magyar den Rückzug von Vertrauten der bisherigen Regierung, plant schnelle Auslandsreisen und will eingefrorene EU‑Mittel zurückholen.
Nach dem klaren Wahlsieg seiner Partei erklärte Péter Magyar vor Tausenden Anhängern in Budapest weitreichende Schritte und forderte den Abgang von Beamten, die er als Vertraute der bisherigen Regierung bezeichnete. Er rief Präsident Tamás Sulyok zum sofortigen Rücktritt auf und verlangte zugleich den Rückzug der Leiter mehrerer wichtiger Institutionen, darunter die Präsidenten der Obersten und Verfassungsgerichte, der Staatsanwaltschaft sowie der Medienaufsicht.
Im Mittelpunkt seiner außenpolitischen Ankündigungen standen rasche Auslandsreisen: Zuerst nach Polen und Österreich, anschließend ein Besuch in Brüssel. Magyar sagte, er wolle in der EU für die Freigabe der eingefrorenen Mittel werben und betonte die Absicht, die der ungarischen Bevölkerung zustehenden Gelder zurückzuholen. Er verband dies mit dem Ziel, die vertrauensvollen Beziehungen zu europäischen Partnern wiederherzustellen.
Zugleich stellte Magyar rechtliche Reformen in Aussicht und kündigte an, Ungarn dem Europäischen Staatsanwaltschaftsamt (EPPO) anschließen zu wollen. Er begründete diesen Schritt mit dem Anspruch, das System gegenseitiger Kontrolle zu stärken und die demokratischen Verfahren im Land zu gewährleisten. Zudem mahnte er, die Übergangszeit bis zur Regierungsübernahme dürfe nicht dazu dienen, die Handlungsfähigkeit der künftigen Regierung zu beschneiden.
Mit fast 99 Prozent der Stimmen ausgezählt liegt Magyars Partei auf Kurs zu einer Zweidrittelmehrheit von 138 Sitzen im 199‑köpfigen Parlament, während Viktor Orbáns Fidesz demnach deutlich weniger Sitze halten würde. In seiner Rede betonte Magyar, die Ablösung der bisherigen Führung solle friedlich und geordnet erfolgen; er bat die scheidenden Amtsinhaber, aus eigener Initiative zurückzutreten, statt abgesetzt zu werden.
Daneben hob Magyar die Bedeutung schneller Kommunikation in Fragen nationaler Tragweite hervor und lud die amtierende Regierung ein, ihn in dringenden Fällen direkt zu kontaktieren. Er bezeichnete den Wahlsieg als historisches Mandat und verband seine innenpolitischen Forderungen mit dem erklärten Ziel, Ungarn wieder als verlässlichen NATO‑ und EU‑Partner zu positionieren.