RFK Jr. wegen ‚gefährlicher Verschwörungstheorien‘ bei heftiger Budgetanhörung attackiert
Robert F. Kennedy Jr. wurde im US-Repräsentantenhaus wegen seiner Gesundheitspolitik scharf kritisiert; Abgeordnete warfen ihm Fehlinformationen und riskante Entscheidungen vor.
Nach Angaben von Teilnehmern bestimmten Impfungen die teils hitzige Anhörung von Robert F. Kennedy Jr. vor dem Haushaltsausschuss des US-Repräsentantenhauses. Kennedy, der als Gesundheitsminister in der Trump‑Administration fungiert und lange als Kritiker von Impfungen aufgetreten ist, sah sich scharfer Vorwürfe gegenüber: Abgeordnete rügten seine Entscheidungen und öffentliche Äußerungen zur Gesundheitspolitik als gefährlich und irreführend.
Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung standen Anschuldigungen, Kennedy verbreite Fehlinformationen und treffe politische Entscheidungen, die die Stellungnahmen von Fachleuten und etablierte Präventionsempfehlungen aushebeln. Mehrere Demokraten monierten, dass er medizinische Experten übergehe und damit das Vertrauen in routinemäßige Impfprogramme untergrabe. Konkret kritisierten Parlamentarier, dass zentrale Empfehlungen der US‑Seuchenbehörde CDC verändert oder zurückgenommen worden seien, etwa die Einstellung einer pro‑Impfstoff‑Informationskampagne.
Zugleich gerieten konkrete Änderungen bei Impfempfehlungen in die Kritik, einschließlich der Entscheidung, die generelle Empfehlung für die Hepatitis‑B‑Impfung bei Neugeborenen zu streichen. Abgeordnete hoben hervor, dass solche Maßnahmen angesichts der derzeit größten Masernausbruchsserie seit Jahrzehnten in den USA besonders problematisch wirkten. Sie warnten davor, dass Unterbrechungen von Impfempfehlungen und eine eingeschränkte öffentliche Kommunikation unmittelbare Folgen für den Schutz von Kindern und vulnerablen Gruppen haben könnten.
Daneben warfen Vertreter beider Parteien Kennedy vor, während der Anhörung selbst irreführende Aussagen gemacht zu haben. Demokraten verwiesen auf seine Behauptungen zur Verfügbarkeit von Tests in der Schwangerschaft und zur Studienlage von Impfstoffen, die nach Ansicht von Abgeordneten nicht mit dem etablierten Stand der Forschung übereinstimmten. Mehrere Parlamentarier betonten, dass solche Fehlinformationen in der aktuellen Lage schädlich seien und das Vertrauen in präventive Maßnahmen weiter erodieren könnten.