Schmuck, Uhren und Bargeld in Ermittlungen zum Plus Ultra‑Fall sichergestellt
Bei Durchsuchungen im Büro des früheren Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero und in Wohnungen eines mutmaßlichen Strohmanns stellten Ermittler Schmuck, Uhren, Datenträger sowie 286.070 Euro in bar sicher.
- Die Nationalpolizei beschlagnahmte unter anderem Festplatten, Aktenordner und Tagebücher
- Gegenstand der Ermittlungen ist ein mögliches Einflussnetzwerk rund um die Rettung der Airline Plus Ultra.
Nach Angaben der Nationalpolizei durchsuchten Einheiten der UDEF und die Technische Eingriffsgruppe (GOIT) das Büro des ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero im Zuge der Ermittlungen zum Plus Ultra‑Fall. In einem Tresor stellten die Beamten Halsketten, Ohrringe, Ringe, Armbänder sowie mehrere Uhren sicher, einige davon mit eingravierten Inschriften.
Bei der Inspektion beschlagnahmten die Ermittler zudem zwei aus einem Computer entfernte Festplatten, zahlreiche Aktenordner mit Unterlagen zu Firmen, Verträgen und Rechnungen sowie mehrere Tagebücher, die Zeiträume von 2019 bis 2025 abdecken. Zwei Mitarbeiterinnen des Büros übergaben den Ermittlern freiwillig Passwörter für elektronische Geräte, wie aus den Aktenschilderungen hervorgeht.
Im Mittelpunkt der Angaben steht die Aussage der früheren persönlichen Sekretärin Gertrudis Alcázar: Sie führte gegenüber den Ermittlern aus, einige Schmuckstücke stammten aus Erbschaften oder Geschenken. Zapatero gab an, die Stücke seien nach einem Wohnungswechsel im Tresor des Büros verwahrt worden; er bereitet sich eigenen Angaben zufolge auf sein Erscheinen vor dem Nationalen Gericht am 2. Juni vor.
Parallel zu den Maßnahmen im Büro wurden bei dem Geschäftsmann Julio Martínez Martínez 286.070 Euro in bar gefunden. Die Summe lag verteilt in Taschen, Schachteln und Schubladen und war teilweise in ungewöhnlichen Verstecken wie einem Kulturbeutel oder einem Heizkörper deponiert. Außerdem beschlagnahmte die Polizei neun Uhren und vierzehn Mobiltelefone.
Die Durchsuchungen erfolgten auf Anordnung des Untersuchungsrichters José Luis Calama; Gegenstand der Untersuchung ist ein mutmaßliches Einflussnetzwerk, das mit der Rettung der Fluggesellschaft Plus Ultra während der Pandemie und der Vergabe von Zuschüssen in Höhe von 53 Millionen Euro in Verbindung gebracht wird. Spezialisierte Einheiten öffneten Safes, und Suchhundeteams halfen bei der Lokalisierung versteckter Bargeldbestände. Die sichergestellten Datenträger und Unterlagen sollen nun ausgewertet werden, um mögliche finanzielle Verknüpfungen und Transaktionen zu klären.