Tankstellen werden knapp: Treibstoffproteste legen Teile Irlands lahm und breiten sich nach Norwegen aus
Lkw-Fahrer, Landwirte und weitere Gruppen blockieren Straßen, Häfen und eine Raffinerie; Regierung setzt Armee in Bereitschaft, wodurch Versorgungslücken möglich werden
- Rund 100 Tankstellen sind bereits leer, Proteste dauern in Irland am vierten Tag an
- in Norwegen formierten Lkw-Konvois vor dem Parlament in Oslo.
Nach Angaben lokaler Behörden haben anhaltende Proteste gegen steigende Kraftstoffpreise in Irland zu erheblichen Versorgungsschwierigkeiten und massiven Verkehrsbehinderungen geführt. In der vierten Protestwoche meldeten Betreiber, dass rund 100 Tankstellen leer sind; die nationale Koordinierungsgruppe warnte, die Zahl könne bis Freitag auf 500 steigen. Vor diesem Hintergrund wurden Autofahrer gebeten, nur das nötigste zu tanken, um die verbleibenden Bestände zu schonen.
Zugleich blockierten Lastwagenfahrer, Landwirte und weitere Gruppierungen Autobahnen und legten Teile Dublins lahm. Die Aktionen betrafen auch Häfen und eine Raffinerie, wodurch Lieferketten erheblich gestört wurden; die Regierung stand Medienberichten zufolge kurz davor, Öltransporte zurückzuweisen. Die Polizei An Garda Síochána erklärte, die Proteste gefährdeten die Versorgung mit Lebensmitteln, sauberem Wasser und Tierfutter und stufte viele der Blockaden als rechtswidrig ein.
Die irische Regierung reagierte mit scharfen Worten an die Adresse der Demonstranten und stellte die Streitkräfte in Bereitschaft, um Blockaden zu räumen. Gespräche zwischen Ministern sowie Vertretern der Transport- und Landwirtschaftsverbände verliefen am Freitag ohne Einigung; die Verhandlungen sollen am Wochenende fortgesetzt werden. Der stellvertretende Premierminister kündigte ein substanzielles Unterstützungspaket für betroffene Wirtschaftssektoren an, nannte aber keine Details.
Daneben formierte sich zeitgleich in Norwegen eine Protestbewegung von Lastwagenfahrern unter dem Namen «Dieselbrølet», die mit einem Konvoi vor das Parlament in Oslo fuhren. Nach Berichten schlossen sich etwa 70 bis 80 Lkw an; einige Fahrer trugen Transparente, die ihre Unzufriedenheit über die Entwicklung der Kraftstoffpreise ausdrückten. Norwegen hatte Anfang April die Kraftstoffsteuern gesenkt, doch die Demonstranten fordern dauerhafte und planbare Entlastungen.
Vertreter der Proteste signalisierten Bereitschaft zu anhaltendem Widerstand, falls es keine belastbaren Zusagen zur Kostenreduktion gebe. Die Lage bleibt angespannt, weil die Blockaden unmittelbare Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit und die Wirtschaft haben. In den kommenden Tagen dürften die Fragen zu staatlichen Gegenmaßnahmen, weiteren Verhandlungen und möglichen Einsätzen von Sicherheitskräften weiterhin die politische Agenda bestimmen.