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Tausende beim 'March of the Living' in Auschwitz erinnern an Holocaust

Holocaust-Überlebende und Teilnehmer aus aller Welt versammelten sich an der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau; Organisatoren warnten vor einem Anstieg antisemitischer Gewalt.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Tausende beim 'March of the Living' in Auschwitz erinnern an Holocaust
  • Die jährliche Gedenkveranstaltung führte von Auschwitz nach Birkenau
  • Teilnehmer zogen Parallelen zur heutigen Zunahme antisemitischer Vorfälle.

Nach Angaben von Veranstaltern versammelten sich am Dienstag Tausende Menschen zum March of the Living an der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau in Polen, um der sechs Millionen jüdischen Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken. Der Marsch begann am Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz und endete drei Kilometer entfernt in Birkenau, dem zentralen Vernichtungslager der NS-Zeit.

Zugleich teilten die Organisatoren mit, dass rund 50 Holocaust-Überlebende an der Zeremonie teilnahmen. Einige von ihnen reisten aus Israel an, obwohl ihre Anreise durch Einschränkungen im Luftraum infolge des Kriegs mit Iran logistische Probleme verursacht habe. Die Anwesenheit der älteren Überlebenden war ein prägenden Element der Gedenkroute und wurde von Veranstaltern als wichtiges Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart bezeichnet.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen eindringliche Mahnungen gegen ein Wiederaufleben von Hass. Revital Yakin Krakovsky, stellvertretende Geschäftsführerin der International March of the Living-Organisation, warnte, Antisemitismus sei weiterhin präsent und habe seit dem 7. Oktober zugenommen. Sie zog Parallelen zwischen der aktuellen Verbreitung von Hass und historischen Entwicklungen, die zur Katastrophe des Holocaust geführt hatten.

Daneben erinnerten Teilnehmer an neuere antisemitische Gewalttaten. Unter den Gästen waren Überlebende von Angriffen sowie Angehörige von Opfern, darunter Betroffene des tödlichen Schusses bei einer Hanukka-Feier in Bondi Beach im Dezember, bei dem 15 Menschen starben. Eine Teilnehmerin berichtete, ihr Vater sei bei dem Anschlag getötet worden; sie machte dessen jüdische Identität zum Motiv für die Tat.

In Israel legte die Gesellschaft zeitgleich einen nationalen Moment des Gedenkens ein: Sirenen unterbrachen am Vormittag den Verkehr für eine Schweigeminute als Zeichen der Erinnerung an die sechs Millionen Ermordeten. Die jährliche Gedenkfeier im jüdischen Kalender unterscheidet sich von dem internationalen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar und findet zu einem anderen Zeitpunkt im Jahr statt.

Die diesjährige Ausgabe des March of the Living wurde in seinem 38. Jahr abgehalten und zog wie gewohnt politische Vertreter, junge Menschen und internationale Gäste an. Veranstalter hoben hervor, dass die Bewahrung der Erinnerung und die Berichte der Überlebenden entscheidend blieben, um gegen heutige Formen von Antisemitismus und Intoleranz zu sensibilisieren.