Tausende gedenken in Polen bei March of the Living am Ort von Auschwitz
Holocaust-Überlebende und Tausende Teilnehmer gingen vom Lagerkomplex Auschwitz nach Birkenau; Organisatoren warnten vor einer deutlichen Zunahme von Antisemitismus seit dem 7. Oktober 2023.
Nach Angaben der Veranstalter versammelten sich am Dienstag Holocaust-Überlebende und Tausende Teilnehmer zur jährlichen March of the Living am Gelände des früheren Konzentrationslagers Auschwitz in Polen. Die Route begann am historischen Lagerkomplex Auschwitz und endete drei Kilometer entfernt in Birkenau, dem Hauptort der Deportationen und Massenvernichtung während des Zweiten Weltkriegs.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen etwa 50 Überlebende, von denen einige aus Israel angereist waren, obwohl die Anreise durch Luftsperren erschwert wurde, die mit dem aktuellen Konflikt in der Region in Verbindung gebracht werden. Die Organisatoren hoben die symbolische Bedeutung der Strecke von Auschwitz nach Birkenau hervor: Sie soll an die sechs Millionen jüdischen Opfer des NS-Regimes erinnern und wach halten.
Zugleich warnte Revital Yakin Krakovsky, stellvertretende Geschäftsführerin der International March of the Living Organisation, vor einer Wiederkehr und Ausbreitung von Antisemitismus. Sie betonte, dass antisemitische Übergriffe seit dem 7. Oktober deutlich zugenommen hätten und die Normalisierung von Hass an frühere dunkle Zeiten erinnere, weshalb kontinuierliches Gedenken und Wachsamkeit notwendig blieben.
Daneben wurden unter den Gästen auch Überlebende jüngerer antisemitischer Angriffe genannt. Erwähnt wurde ein Massenschussereignis im Dezember in Bondi Beach, Sydney, bei dem 15 Menschen getötet wurden; Angehörige von Opfern nahmen an der March of the Living teil und erinnerten an die anhaltende Bedrohung durch antisemitische Gewalt in verschiedenen Teilen der Welt.
In Israel selbst hielten die Gedenkfeiern zur selben Stunde an: Am Vormittag ertönten landesweit Sirenen und es folgte eine zweiminütige Stille zum Gedenken an die sechs Millionen jüdischen Opfer. Diese kollektive Pause ist Teil der jährlichen Gedenkrituale zum jüdischen Holocaust-Gedenktag, an dem der Marsch in Polen stattfand.
Die diesjährige March of the Living fand zum 38. Mal statt und brachte, wie in früheren Jahren, Überlebende, Studierende, politische Vertreter und Community-Mitglieder zusammen. Die Veranstaltung verbindet persönliche Erinnerung mit öffentlicher Mahnung und will sowohl die Opfer ehren als auch vor der wachsenden Verbreitung von Hass und Gewalt warnen.