Todd Blanche setzt bei Amtseinführung als amtierender Justizminister auf Trumps Vergeltungsagenda
Seit seiner Ernennung leitete Blanche personelle Umbesetzungen, veränderte Strafverfolgungsansätze und brachte einen engen Trump-Vertrauten in eine Schlüsselposition.
Nach Angaben liegt in Washington ein deutlicher Kurswechsel im Justizministerium vor, seit Todd Blanche Anfang April als amtierender Justizminister eingesetzt wurde. Sein Auftreten folgt auf die Ablösung von Pam Bondi; Beobachter deuten Blanches schnelle Entscheidungen als Versuch, seine Eignung für eine dauerhafte Bestellung zu demonstrieren. Innerhalb kurzer Zeit hat er Maßnahmen angestoßen, die Mitarbeiter und Verfahren maßgeblich umgestalten.
Zugleich wurden unter Blanches Leitung mehrere Karriere‑Staatsanwälte entlassen, und das Ministerium veröffentlichte einen Bericht, der in der Debatte um Anti‑Abtreibungsproteste als einseitig kritisiert wurde. Interne Beobachter berichten von verstärktem Druck auf Verfahren, die mit politischen Gegnern des Präsidenten in Verbindung stehen. Diese Personalwechsel und inhaltlichen Verschiebungen verändern die Arbeitsweise von Abteilungen, die bislang als weitgehend unpolitisch galten.
Daneben verpflichtete Blanche den konservativen Anwalt Joe diGenova, um eine Untersuchung zu beaufsichtigen, die sich gegen den ehemaligen CIA‑Direktor John Brennan und weitere Personen richtet. DiGenova, ein prominenter Unterstützer der Positionen des Präsidenten im Zusammenhang mit den Wahlstreitigkeiten von 2020, übernahm einen Fall, der zuvor von einem Karriere‑Staatsanwalt betreut worden war und in der Behörde auf Vorbehalte gestoßen war. Dieser Wechsel wird als Beispiel dafür gesehen, wie das Ministerium personelle Ressourcen neu bündelt.
Inzwischen hat das Justizministerium unter Blanche auch Schritte unternommen, um Verurteilungen von Mitgliedern der Proud Boys und der Oath Keepers in seditious‑conspiracy‑Fällen anzufechten. Kritiker warnen vor einer beispiellosen Politisierung des Ministeriums; Anhänger hingegen sehen in den Maßnahmen eine notwendige Neubewertung und Durchsetzung von Rechenschaftspflicht. Ein Sprecher des Ministeriums betonte, Blanche verfolge das Ziel, das Recht für alle gleichermaßen anzuwenden und zugleich die Prioritäten der Regierung voranzubringen.
Rechtsexperten und zivilgesellschaftliche Organisationen äußerten sich besorgt über die Richtung der jüngsten Personal‑ und Verfahrensentscheidungen; sie sehen darin Hinweise auf eine stärkere Ausrichtung des Ministeriums an politischen Vorgaben. Befürworter loben dagegen die entschiedene Neubewertung von Fällen gegen Gegner des Präsidenten. Ob und welche konkreten rechtlichen Folgen die bisherigen Eingriffe haben werden, hängt letztlich von künftigen Gerichtsverfahren ab.