TotalEnergies vereinbart 2 Millionen Tonnen LNG pro Jahr aus Alaska‑LNG und stärkt Asien-Route
TotalEnergies hat eine Vorvereinbarung über 2 Millionen Tonnen LNG pro Jahr aus dem Alaska‑LNG‑Projekt geschlossen, deren Umsetzung von der finalen Investitionsentscheidung abhängt.
- Die Vorvereinbarung sieht 2 Millionen Tonnen LNG pro Jahr über 20 Jahre vor, vorbehaltlich Final Investment Decision.
- Alaska LNG plant eine Gesamtkapazität von 20 Millionen Tonnen pro Jahr an der US-Pazifikküste mit direktem Zugang nach Asien.
- Glenfarne will 80% der Kapazität (16 MTPA) zur Finanzierung vorab vertraglich binden; 13 MTPA sind laut Unternehmen in Vorab-Deals belegt.
- Das Projekt umfasst eine 807 Meilen lange Pipeline; Glenfarne hält 75%, der Staat Alaska 25%.
TotalEnergies und der Projektentwickler Glenfarne haben eine Vorvereinbarung für LNG-Lieferungen aus dem geplanten Alaska‑LNG‑Projekt geschlossen. Vorgesehen ist die Abnahme von 2 Millionen Tonnen pro Jahr über eine Laufzeit von 20 Jahren. Der Schritt ist ausdrücklich an die finale Investitionsentscheidung (FID) geknüpft – er schafft damit noch keinen verbindlichen Lieferbeginn, erhöht aber die Vertragsbasis für die Projektfinanzierung.
Alaska LNG ist im US-Markt ein Sonderfall: Das Projekt an der Pazifikküste ist als Exportterminal in dieser Region bundesrechtlich autorisiert und zielt auf eine Gesamtkapazität von 20 Millionen Tonnen pro Jahr. Für TotalEnergies ist die Geografie attraktiv, weil sich die Transportwege nach Asien verkürzen und damit Kosten sowie Logistikrisiken sinken können. Das passt zu einer Beschaffungsstrategie, die US-LNG als flexibles Element in einem globalen Portfolio nutzt.
TotalEnergies verweist in seinem Update auf seine Stellung im US-LNG-Handel: 2025 wurden demnach 19 Millionen Tonnen US-LNG exportiert, was 18% der gesamten US-Produktion entspreche, davon 14 Millionen Tonnen Richtung Europa. Für das Unternehmen ist Alaska LNG damit nicht nur eine zusätzliche Quelle, sondern auch ein Instrument zur Diversifikation über Regionen und Projekte hinweg – insbesondere mit Blick auf asiatische Kunden, die langfristig planbare Volumina suchen.
Auf Entwicklerseite steht die Finanzierungslogik im Vordergrund. Glenfarne plant, rund 80% der Alaska‑LNG‑Kapazität, also 16 Millionen Tonnen pro Jahr, vorab vertraglich zu binden, um das Projekt zu finanzieren. Nach Angaben des Entwicklers sind bereits 13 Millionen Tonnen pro Jahr über Vorab-Vereinbarungen mit mehreren Abnehmern abgedeckt. Alaska LNG ist zudem als großes Infrastrukturprojekt ausgelegt: Bestandteil ist eine 807 Meilen lange Pipeline (42 Zoll) von Alaskas North Slope bis zur Verflüssigungsanlage in Nikiski.
Die Komplexität bleibt hoch – technisch, regulatorisch und politisch. Glenfarne verfolgt einen zweiphasigen Ansatz, bei dem zunächst die Inlandsversorgung über die Pipeline und erst danach der volle LNG-Exportausbau folgen soll. Für den Markt wird entscheidend, ob die Vielzahl an Vorab-Deals in bindende SPAs überführt wird und ob das Projekt die Kosten- und Zeitpläne halten kann. Kurzfristig signalisiert die Vereinbarung vor allem: Die Pazifikroute gewinnt im US-LNG-Angebot an strategischem Gewicht.