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Transkript: Orbán sagte Putin im Oktober «Ich bin zu Ihren Diensten»

Ein veröffentlichtes Gesprächsprotokoll legt nahe, dass Viktor Orbán Wladimir Putin umfassende Unterstützung anbot; die Enthüllung fällt in die Schlussphase des ungarischen Wahlkampfs.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Transkript: Orbán sagte Putin im Oktober «Ich bin zu Ihren Diensten»
Ein aufgetauchtes Transkript zeigt Orbán, der Putin seine Hilfe anbietet und die Beziehung mit dem Bild von Maus und Löwe umschreibt.

Nach Angaben eines veröffentlichten Gesprächsprotokolls erklärte der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán in einem Telefonat mit Wladimir Putin im Oktober, er stehe dem russischen Präsidenten zu Diensten. Dem Transkript zufolge sagte Orbán demnach, er könne in jeder Angelegenheit helfen, wo er nur könne und betonte damit seine Bereitschaft, Putin Unterstützung anzubieten.

Im Mittelpunkt des Gesprächs steht eine bildhafte Formulierung: Orbán verglich dem Protokoll zufolge die Beziehung zwischen den beiden Ländern mit derjenigen zwischen einer Maus und einem Löwen. Mit diesem Verweis auf eine Fabel wollte Orbán offenbar seine Rolle als Helfer des stärkeren Partners unterstreichen; laut Protokoll reagierte Putin auf die Bemerkung mit einem Lachen. Das Gespräch sei am 17. Oktober geführt worden.

Nach dem Schritt, das Protokoll zu veröffentlichen, sind die innerpolitischen Debatten in Ungarn neu entbrannt. Die Veröffentlichung fällt in eine politisch sensitive Phase: Am gleichen Morgen war Air Force Two in Budapest gelandet, und das Land befindet sich in den letzten Tagen eines hart umkämpften Wahlkampfs. Die Enthüllung hat die bereits laufenden Diskussionen über die Nähe Budapests zu Moskau weiter angefacht und zusätzliche Aufmerksamkeit auf die internationalen Beziehungen der Regierung gelenkt.

Zugleich wirft das Dokument Fragen zu möglichen Einflüssen auf den Wahlkampf auf. Das Protokoll erwähnt, dass Putin die unabhängige und flexible Haltung Ungarns gegenüber dem Krieg in der Ukraine lobte; das Gespräch endete nach dem Transkript mit gegenseitigen Gesundheitsbekundungen. Bereits zuvor hatten andere Vorfälle und Leaks die Debatte über Kontakte zwischen Mitgliedern der ungarischen Regierung und russischen Gesprächspartnern belebt.

Daneben hat die Veröffentlichung politische Spannungen in der EU und das Interesse internationaler Beobachter an der Innenpolitik Ungarns verstärkt. Konkrete Reaktionen aus dem Umfeld von Orbáns Regierung oder weitere offizielle Stellungnahmen waren in den vorliegenden Materialien nicht enthalten.