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Trump behauptet ohne Beweise, Iraner würden US‑Angriffe auf Infrastruktur begrüßen

US‑Präsident sagte, aus Abhörprotokollen ergebe sich, Iraner würden Angriffe auf zivile Infrastruktur begrüßen; Demokraten und Irans UN‑Mission kritisieren die Aussagen scharf.

JKCM News 2 Min Lesezeit
Titelbild: Trump behauptet ohne Beweise, Iraner würden US‑Angriffe auf Infrastruktur begrüßen
  • Trump zitierte angebliche Abhörprotokolle ohne Belege
  • Demokraten warfen ihm mögliche Kriegsverbrechen vor.

Nach Angaben des Weißen Hauses erklärte US‑Präsident Donald Trump am Montag vor Journalisten, iranische Zivilisten würden US‑Angriffe auf die zivile Infrastruktur ihres Landes begrüßen. Er gab an, US‑Nachrichtendienste hätten Kommunikation abgefangen, in der Menschen nahe Bombardements angeblich darum gebeten hätten, die Angriffe fortzusetzen. Trump formulierte dies als Hinweis darauf, dass Teile der Bevölkerung ‚bereit seien zu leiden‘, um das Regime zu stürzen.

Daneben wies der Präsident Bedenken zurück, wonach Angriffe auf Kraftwerke, Brücken oder andere zivile Einrichtungen vor allem unschuldige Zivilisten träfen. Er verwies auf die Proteste von 2022 und beschrieb darin berichtete harte Repressionen gegen Demonstrierende als Beleg für die Bereitschaft vieler Iraner, hohe Opfer für einen Systemwechsel in Kauf zu nehmen. Konkrete Belege für die zitierten Abhörprotokolle legte die Präsidentschaft jedoch nicht vor.

Unterdessen lösten Trumps Äußerungen umgehende politische Gegenreaktionen aus. Mehrere demokratische Abgeordnete warfen der Administration vor, mit der Androhung der gezielten Zerstörung ziviler Infrastruktur völkerrechtliche Grenzen zu überschreiten; Senator Chris Murphy sprach in Sozialen Medien von angekündigten ‚Massenkriegsverbrechen‘. Die Mission Irans bei den Vereinten Nationen wertete die Drohungen als deutlichen Hinweis auf die Absicht, Kriegsverbrechen zu begehen.

Im Mittelpunkt der Pressekonferenz standen zudem Fristen und militärische Drohkulissen: Trump kündigte eine Deadline für die Wiedereröffnung der Straße von Hormus an und sagte, der Iran könne ‚in einer Nacht ausgeschaltet‘ werden, womöglich bereits am folgenden Abend. Pentagon‑Vertreter erklärten, auf direkte Anweisung des Präsidenten werde an diesem Tag eine hohe Anzahl von Einsätzen ausgeführt. Auf Fragen zu völkerrechtlichen Bedenken antwortete Trump, er hoffe, nicht handeln zu müssen, machte jedoch keine detaillierten Angaben zu weiteren Schritten oder den vorgesehenen Verfahrensweisen.

Die Stellungnahmen des Präsidenten und die begleiteten Ankündigungen haben die Debatte über die US‑Strategie gegenüber dem Iran zugespitzt. Kritiker betonten, dass gezielte Angriffe auf zivile Infrastruktur erhebliche humanitäre Folgen hätten und völkerrechtlich heikel seien; Befürworter nannten als Ziel, Druck auf die Führung in Teheran auszuüben. Unabhängige, konkrete Belege für Trumps Darstellung der angeblichen zivilen Zustimmung wurden während der Pressekonferenz nicht präsentiert.