Trump droht Journalisten mit Haft, um Quelle für Bericht über vermissten US‑Flieger zu finden
US‑Präsident will Quelle für Bericht über zweiten nach Abschuss vermissten Soldaten ermitteln und droht mit Zwangsmaßnahmen gegen Medien
- Trump kündigt an, Medienunternehmen zur Herausgabe einer Quelle zu zwingen oder Haft anzudrohen
- konkrete Redaktion oder Journalist wurde nicht genannt.
Nach Angaben des Weißen Hauses und aus Äußerungen des Präsidenten verfolgt die US‑Regierung aktiv die Herkunft eines Medienberichts, der enthüllt haben soll, dass nach dem Abschuss eines Flugzeugs durch iranische Kräfte ein zweiter US‑Flieger vermisst gewesen sei. Präsident Trump kritisierte die Veröffentlichung scharf und erklärte, die Weitergabe der Information habe den Soldaten und dessen Rettung gefährdet.
Im Mittelpunkt seiner Erklärung stand die Ankündigung, die Regierung werde das betroffene Medienunternehmen zur Herausgabe der Quelle auffordern und hierzu auf nationale Sicherheitsgründe pochen; andernfalls drohe Haft. Eine namentliche Nennung der Redaktion oder eines konkreten Journalisten blieb aus. Trump begründete seine Drohung damit, dass durch das Leaken offenbar iranische Kräfte über das Schicksal des Piloten informiert worden seien und sich dadurch dessen Lage verschärft habe.
Nach dem Vorfall habe sich der schwer verletzte Flieger in einer Felsspalte verborgen, um nicht gefangen genommen zu werden, und sei später von einem US‑Bergungsteam geborgen worden, das während der Rettung unter Beschuss geraten sei. Am Sonntag hatte das Präsidentenamt mitgeteilt, dass das betroffene Mitglied der Streitkräfte geborgen worden sei. Details zu den Abläufen des Einsatzes und zu möglichen Ermittlungen gegen Informanten wurden vom Weißen Haus bislang nicht präzisiert.
Zugleich stehen Trumps Aussagen in eine Reihe von Maßnahmen, mit denen seine Regierung in ihrer zweiten Amtszeit auch verstärkt gegen kritische Medien vorzugehen scheint. Er droht wiederholt mit rechtlichen Schritten und Zugangsbeschränkungen gegenüber Medienunternehmen, wenn deren Berichterstattung ihm missfällt. Konkrete Schritte zur Durchsetzung der angekündigten Aufforderung oder juristische Maßnahmen gegen ein Medium nannte das Weiße Haus bislang nicht.
Daneben dürften solche Ankündigungen Spannungen zwischen Regierung und Presse weiter verschärfen. Vertreter der Medienfreiheit weisen darauf hin, dass Berichterstattung über geleakte Informationen rechtlich und verfassungsrechtlich geschützt sei, während die Regierung betont, dass die Wahrung von Verschlusssachen und die Sicherheit von Einsatzkräften oberste Priorität hätten. Wie genau die Behörden nun gegen die vermutete Quelle vorgehen wollen, bleibt offen.