Trump kehrt zum White House Correspondents’ Dinner zurück – Medien teilen sich in Teilnahmefrage
Ankündigung trifft auf Proteste nach Trumps Androhung, Journalisten wegen Quellen zu bestrafen; HuffPost sagt Teilnahme ab.
Nach Angaben der White House Correspondents’ Association wird Präsident Donald Trump erstmals in seiner zweiten Amtszeit beim traditionellen Correspondents’ Dinner in Washington auftreten. Die Zusage fällt in eine Phase gespannter Beziehungen zwischen Regierung und Teilen der US‑Medienlandschaft, nachdem Trump gegenüber Reportern gedroht hatte, Journalisten zu inhaftieren, sollten sie Quellen zu sensiblen Berichten nicht offenlegen.
Zugleich hat die Drohung unmittelbar interne Debatten in Redaktionen ausgelöst. Einige Nachrichtenorganisationen ringen mit der Frage, ob sie an dem gesellschaftlichen Ereignis teilnehmen sollen, das zwar der Finanzierung von Journalismusstipendien dient, aber gleichzeitig als gesellschaftliches Stelldichein von Politikern und Berichterstattern gilt. Ein erfahrener Hauptstadtkorrespondent beschrieb die Lage als schwieriger als in den Vorjahren und verwies auf die ungewöhnlich offene Konfrontation der Regierung mit den Medien.
In einer konkreten Reaktion hat die Nachrichtenplattform HuffPost entschieden, dieses Jahr nicht am Dinner teilzunehmen. Die Redaktion begründete den Schritt mit der Einschätzung, Trumps zweite Amtszeit stelle einen Angriff auf die freie Presse dar, und nannte eine Serie von Maßnahmen der Regierung gegen kritische Medien als Hintergrund für ihre Entscheidung. Offiziell zeigte sich die WHCA indes erfreut über die Zusage des Präsidenten und erklärte, man freue sich auf die Veranstaltung.
Der Kontext der derzeitigen Spannungen liegt in mehreren Maßnahmen der Regierung in den vergangenen 14 Monaten: dem Prüfen juristischer Schritte gegen Medienunternehmen, der Verschärfung von Zugangsregeln im Pentagon und der Razzia im Privathaus eines Reporters einer großen Zeitung. Beobachter und Korrespondenten betonen, dass die Frage der Teilnahme am Dinner weit über rein zeremonielle Gesichtspunkte hinausgehe und als Signal für das Verhältnis zwischen Exekutive und Presse gewertet werde.
Gleichzeitig erinnern Kritiker daran, dass Trump das Dinner lange gemieden hatte und zuletzt 2015 erschien. Für manche Korrespondenten wäre seine Präsenz ein Zeichen, dass der Präsident wenigstens die symbolische Seite des journalistischen Austauschs anerkennt. Andere sehen in einer gemeinsamen Veranstaltung mit einem Präsidenten, der öffentlich gegen Journalisten agiert, einen unvereinbaren Widerspruch zur Aufgabe, die Pressefreiheit zu verteidigen.