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Tufts-Studentin, Zielscheibe der US‑Administration, schließt Promotion ab und reist in die Türkei zurück

Rümeysa Öztürk schloss ihr PhD‑Studium in den USA ab; ein Vergleich mit der Regierung löste das Verfahren, stellte ihren Studentenstatus wieder her und ermöglichte ihre Rückkehr in die Türkei.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Tufts-Studentin, Zielscheibe der US‑Administration, schließt Promotion ab und reist in die Türkei zurück
  • Öztürk war wegen eines Pro‑Palästina‑Gastbeitrags ins Visier der Behörden geraten
  • die Einigung beendete das Verfahren, stellte ihren SEVIS‑Status wieder her und erlaubte die Ausreise ohne weitere behördliche Eingriffe.

Nach Angaben ihrer Unterstützerinnen und Unterstützer hat Rümeysa Öztürk, die im vergangenen Jahr Ziel gerichtlicher Maßnahmen der US‑Administration wurde, in den USA ihre Promotion abgeschlossen und ist in dieser Woche in die Türkei zurückgekehrt. Öztürk werde ihre wissenschaftliche Arbeit im Bereich Kinderstudien und menschliche Entwicklung in ihrer Heimat fortsetzen, teilten ihre Vertreterinnen und Vertreter mit.

Im Mittelpunkt der Kontroverse stand ein im März 2024 in der Studentenzeitung Tufts Daily veröffentlichter Gastbeitrag, den Öztürk mitverfasst hatte und in dem sie sich für palästinensische Rechte aussprach. Ein Jahr später nutzte die Regierung diesen Beitrag, um ihr antisemitische Haltung vorzuwerfen und ihr Visum zu annullieren, was den Beginn eines langwierigen Rechtsstreits markierte.

Zugleich kam es im März 2025 zu einer Festnahme in Massachusetts: Öztürk wurde von maskierten, zivil gekleideten Beamten der Einwanderungsbehörde ICE abgeführt und in ein Abschiebelager in Louisiana gebracht. Die Regierung leitete danach formelle Abschiebeverfahren gegen sie ein, die in mehreren Gerichtsverfahren, öffentlichen Debatten und scharfer Kritik von Unterstützern sowie Menschenrechtsorganisationen mündeten.

Nach Angaben aus dem Fall schlossen Öztürk und die Bundesregierung Anfang April einen Vergleich vor einem Bundesgericht. Die Vereinbarung führte demnach zur Einstellung des laufenden Verfahrens auf gemeinsamen Antrag, zur Wiederherstellung ihres SEVIS‑Status als internationale Studentin und machte ihre Ausreise in die Türkei ohne weitere Einmischung durch US‑Behörden möglich.

Zuvor hatte ein Einwanderungsrichter das Abschiebeverfahren bereits eingestellt; dieser Richter wurde in der vergangenen Woche entlassen, während die Regierung ursprünglich gegen dessen Entscheidung vorgehen wollte. Interne Unterlagen in einem separaten Rechtsstreit hätten nach Darstellung der Beteiligten zudem ergeben, dass andere Visumsaufhebungen der Regierung keine belastenden Beweise geliefert hätten.

Öztürk erklärte laut ihren Vertreterinnen und Vertretern, sie sei stolz, nach 13 Jahren Studium die Promotion abgeschlossen zu haben, und kehre bewusst in die Türkei zurück, um dort ihre Karriere fortzusetzen. Ihre Unterstützerinnen und Unterstützer betonten, Öztürk sei eine Wissenschaftlerin, deren Fall staatliche Maßnahmen in den Fokus gerückt habe.