Über 1.000 römische Artefakte aus Neuenburgersee geborgen
Tauchteam barg Keramik, Waffen und Ausrüstungsstücke; einzelne Kisten wurden auf das Jahr 17 n. Chr. datiert. Die Objekte werden derzeit gereinigt und restauriert.
Nach Angaben der beteiligten Forscher haben Taucher der Schweizer NGO Octopus Foundation in mehreren Einsätzen 2025 und 2026 mehr als 1.000 sehr gut erhaltene Artefakte aus dem Neuenburgersee geborgen. Die Stücke stammen nach ersten Analysen aus der römischen Kaiserzeit; derzeit werden sie an Land systematisch gereinigt, konserviert und inventarisiert.
Im Mittelpunkt der Bergung standen zahlreiche Keramikgefäße, darunter Teller und Vorratskrüge, ergänzt durch metallene Ausrüstungsgegenstände. Zu den geborgenen Metallfunden zählen zwei kurz gehaltene Schwerter, ein Dolch, eine Gürtelschnalle und eine Fibel. Eine der gefundenen Kisten wurde bereits auf das Jahr 17 n. Chr. datiert.
Zugleich analysieren Restauratoren Details, die unter Wasser nur schwer zu erkennen waren: Herstellungsmerkmale, Reste von Nahrungsinhalten sowie Schutzmaterialien wie Stroheinlagen zwischen Tellern. Diese Befunde sollen nach Abschluss der Reinigungs- und Restaurierungsarbeiten genau dokumentiert werden, bevor Archäologen vertiefte Aussagen zu Produktionstechniken und Gebrauchsspuren treffen.
Daneben entdeckte das Team eine außergewöhnlich gut erhaltene Weidenkörbeinlage, die sechs keramische Gefäße enthält, welche sich in Form und Fertigung von der übrigen Ladung unterscheiden. Die Forschenden vermuten, dass diese einfacheren Gefäße der Besatzung an Bord zuzuordnen sind und den täglichen Gebrauch spiegeln.
Unterdessen kündigte die Octopus Foundation an, die Funde in einer Publikation und einer Dokumentation 2027 aufzubereiten. Eine Präsentation der Objekte ist im Laténium, dem Archäologiemuseum in Neuchâtel, vorgesehen; ein konkreter Ausstellungszeitpunkt wurde noch nicht genannt.