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Überlebende werfen Melania Trump vor, Belastung auf Opfer zu verlagern

Mehrere Überlebende kritisieren die First Lady, nachdem sie öffentliche Kongressanhörungen mit geschworenen Aussagen der Epstein‑Überlebenden gefordert hatte.

JKCM News 2 Min Lesezeit
Titelbild: Überlebende werfen Melania Trump vor, Belastung auf Opfer zu verlagern
Eine Gruppe von 13 Überlebenden und Angehörigen wirft Melania Trump vor, Verantwortung auf Opfer abzuwälzen und sie dadurch zusätzlich zu belasten.

Nach Angaben von Überlebenden von Jeffrey Epsteins Missbrauch haben sich mehr als ein Dutzend Betroffene sowie Angehörige von Virginia Giuffre öffentlich gegen die First Lady Melania Trump gestellt. Auslöser war eine Erklärung Trumps, in der sie jede Verbindung zu Epstein und seiner Vertrauten Ghislaine Maxwell bestritt und zugleich Kongressanhörungen mit geschworenen Aussagen der Überlebenden forderte.

Die Gruppe, zu der 13 Überlebende sowie die Schwester und der Bruder von Virginia Giuffre zählen, bezeichnete diese Aufforderung als Verlagerung der Belastung auf die Opfer. In ihrer gemeinsamen Stellungnahme hoben sie hervor, die Betroffenen hätten bereits Berichte eingereicht und Aussagen gemacht; weitere öffentliche Anhörungen unter politisierten Bedingungen würden vielmehr den privilegierten Schutz Mächtiger begünstigen und von der Verantwortung staatlicher Stellen ablenken.

Zugleich warfen die Unterzeichnenden Justiz und Regierung Versäumnisse vor. Sie verwiesen auf eine ihrer Ansicht nach unzureichende Umsetzung des Epstein Files Transparency Act und kritisierten frühere Entscheidungen im Umfeld der damaligen Justiz, wonach Unterlagen zurückgehalten worden seien; dies habe nach ihrer Darstellung die Identität von Überlebenden gefährdet. Das Justizministerium hatte zuvor mitgeteilt, Pam Bondi werde einer Vorladung zu einer Anhörung vor einem Kongressausschuss nicht Folge leisten.

In einer separaten Erklärung betonten Maria und Annie Farmer, zwei weitere Überlebende, ihr zentrales Anliegen sei Rechenschaft, Transparenz und Gerechtigkeit. Sie bemängelten die Handhabung der Ermittlungen durch bundesstaatliche Stellen, rügten wiederholte Eingriffe in die Privatsphäre von Überlebenden und forderten die vollständige Freigabe weiterhin zurückgehaltener Dokumente, darunter FBI‑Akten aus den 1990er Jahren.

Unterdessen äußerte eine der Unterzeichnenden, Marina Lacerda, in einem sozialen Video scharfe Skepsis gegenüber zusätzlichen öffentlichen Anhörungen: Sie fragte, ob erneute Zeugenaussagen vor dem Kongress tatsächlich zu Veränderungen oder zur Übernahme von Verantwortung führen würden, und warnte vor der Gefahr erneuter Traumatisierung von Überlebenden. Andere Betroffene reagierten differenziert; einige begrüßen Sichtbarkeit, betonen jedoch zugleich, dass Schutzmaßnahmen und konkrete Verantwortungsbenennungen erforderlich seien.

Daneben haben die Äußerungen der First Lady, die ein Berater damit begründete, falsche Behauptungen müssten beendet werden, eine Debatte über den Umgang mit Überlebenden in einem politisch aufgeladenen Umfeld ausgelöst. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung lag keine Stellungnahme des Weißen Hauses vor.