Ukraine von zweitägiger großangelegter Raketen- und Drohnenoffensive getroffen
Fast ununterbrochene Angriffe mit Dutzenden Raketen und Hunderten Drohnen überlasten die Luftabwehr; Kiew besonders schwer getroffen.
- Mehrere Tote, zahlreiche Verletzte und erhebliche Schäden in Kiew
- Regierung ordnet Vorbereitungen für Vergeltungsoptionen an.
Nach Angaben ukrainischer Stellen wurde die Ukraine am Donnerstag zum zweiten Tag in Folge von großangelegten Raketen- und Drohnenangriffen getroffen. Die Offensive begann in den frühen Morgenstunden gegen 03:00 Uhr und setzte sich in nahezu ununterbrochener Form fort, wobei Kiew den heftigsten Beschuss erlebte.
Die Behörden meldeten in der Hauptstadt mindestens acht Tote, darunter ein 13-jähriges Kind, und 44 Verletzte. Die Luftwaffe nannte die Einsatzzahlen von 56 Raketen verschiedener Typen und fast 700 Drohnen. In der Folge kam es zu Störungen bei der Wasser- und Stromversorgung in Teilen Ost-Kiews; Explosionen hallten durch die Stadt.
Unterdessen stürzte in der Darnytskyi-Region ein großes Wohnhaus ein; dort seien 18 Wohnungen zerstört worden. Rettungskräfte bargen nach ersten Angaben 11 Menschen aus den Trümmern. Der Bürgermeister berichtete, insgesamt seien 40 Menschen in der Hauptstadt verletzt worden, von denen 31 in Krankenhäuser gebracht wurden, darunter ein Kind. Der Innenminister ergänzte, mehr als zehn Personen würden noch vermisst.
Die Angriffe betrafen zugleich Ziele im ganzen Land und folgten auf schwere Tagesangriffe am Vortag, die mindestens 14 Tote und mehr als 80 Verletzte gefordert hatten. Damals waren auch Eisenbahnlinien und andere kritische Einrichtungen getroffen worden; es gab Hinweise auf sogenannte Doppelangriffe, bei denen Ersthelfer erneut attackiert wurden.
Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte eine angemessene Reaktion und gab den Streitkräften den Auftrag, Optionen für Vergeltungsmaßnahmen vorzubereiten. Die ukrainische Führung wertete die Dimension und Intensität der Angriffe als Versuch, die Luftabwehrsysteme durch schiere Anzahl von Raketen und Drohnen zu überlasten.