Intertek‑Vorstand signalisiert Zustimmung zu £10,6 Mrd. Übernahmeangebot von schwedischem EQT
Nach mehreren abgelehnten Annäherungsversuchen ist Intertek grundsätzlich bereit, ein Angebot von EQT über £60 je Aktie zu empfehlen; ein verbindliches Angebot und eine erfolgreiche Due‑Diligence sind Voraussetzung für den Vollzug.
Nach Angaben des Vorstands hat das britische Prüf‑ und Laborunternehmen Intertek einem Übernahmeangebot der schwedischen Private‑Equity‑Gesellschaft EQT grundsätzlich zugestimmt. Der Vorstand sei minded to recommend ein Gebot von £60 je Aktie, falls EQT ein verbindliches Angebot vorlege; das Gebot bewertet Intertek mit rund £10,6 Milliarden einschließlich Schulden beziehungsweise £9,4 Milliarden ohne Schulden.
Zugleich betonte das Unternehmen, dass die Erklärung an Vorbedingungen geknüpft sei, darunter der Abschluss einer Due‑Diligence‑Prüfung durch EQT. In der Reaktion auf die Ankündigung sprangen die Intertek‑Aktien um fast 7 Prozent auf £56,65 nach oben. Zuvor hatte der Konzern bereits drei Annäherungsversuche von EQT abgelehnt, die bei £58, £54 und £51 je Aktie lagen.
Im Mittelpunkt der zuletzt gestarteten strategischen Überprüfung stand die mögliche Abspaltung oder der Verkauf der Sparte Energy & Infrastructure, die rund £1,6 Milliarden Umsatz erzielt, vom Produktprüfgeschäft mit etwa £1,9 Milliarden Umsatz. Nach dem Schritt, Gespräche mit Investoren zu führen, erklärte der Vorstand, er bleibe hochgradig zuversichtlich gegenüber Interteks Perspektiven als eigenständiges Unternehmen, habe jedoch beschlossen, das EQT‑Angebot zu empfehlen, sofern ein formales Angebot erfolgt.
Zugleich hatten sich Aktionäre zu Wort gemeldet: Das von Matt Peltz verwaltete Lost Coast Collective, das knapp 1,2 Prozent der Anteile hält, forderte Intertek in einem Schreiben auf, das Angebot ernsthaft zu prüfen. Peltz kritisierte die Marktmeinung zur Fähigkeit des Managements, den Kurs umzusetzen, und drängte auf eine zügige Zusammenarbeit mit EQT zur Vollendung einer Transaktion.
Daneben erinnerte der Vorstand an Interteks lange Geschichte und globale Präsenz: Das Unternehmen mit Hauptsitz in London wurde 2002 an die Börse gebracht und beschäftigt rund 45.000 Mitarbeiter in über 1.000 Laboren weltweit. Sollte EQT ein förmliches Angebot vorlegen und die Vorbedingungen erfüllt werden, kündigte der Vorstand an, die Angelegenheit den Aktionären zur Abstimmung vorzulegen.