Ehemaliger Stabschef Zelenskyjs als Verdächtiger in Großuntersuchung zu Korruption genannt
Ukraine‑Ermittler sehen Verwicklung in angebliche Geldwäsche bei Luxusbauprojekt nahe Kiew; sechs weitere Personen als Verdächtige benachrichtigt.
- NABU und SAPO geben an, rund €9 Millionen seien zwischen 2021 und 2025 über ein Netzwerk aus Briefkastenfirmen, Bargeld und fingierten Dokumenten geflossen
- der ehemalige Stabschef wird als Mitglied dieser Gruppe genannt
Nach Angaben der ukrainischen Anti‑Korruptionsbehörden ist der ehemalige Leiter des Präsidialamts als Verdächtiger in einer weitreichenden Korruptionsuntersuchung benannt worden. Die National Anti‑Corruption Bureau (NABU) und die Specialised Anti‑Corruption Prosecutor's Office (SAPO) teilten mit, die Ermittlungen hätten Hinweise auf eine organisierte Gruppe ergeben, die Gelder verschoben habe.
Im Mittelpunkt der Vorwürfe steht ein mutmaßliches Netzwerk aus Briefkastenfirmen, Bargeldtransaktionen und fingierten finanziellen Dokumenten, über das den Behördenangaben zufolge zwischen 2021 und 2025 rund neun Millionen Euro — etwa 460 Millionen Hrywnja — geflossen sein sollen. Das Geld stehe demnach in Verbindung mit der Entwicklung eines gehobenen Wohnkomplexes in der Nähe von Kiew; in den Ermittlungsunterlagen ist von mehreren privaten Villen und einer gemeinsamen Wellnessanlage die Rede.
Nach dem Schritt der Behörden wurden neben dem ehemaligen Stabschef sechs weitere Personen am Dienstag als Verdächtige benachrichtigt. Die Ermittlungen zu Umfang und Abläufen dauern an; formelle Anklagen wurden bislang nicht bekanntgegeben. Die Behörden führen die Untersuchung seit mehreren Jahren, die entsprechenden Recherchen reichen nach ihren Angaben über einen mehrjährigen Zeitraum.
Daneben reagierte ein Berater des Präsidenten darauf, die laufenden Verfahrensschritte derzeit nicht bewerten zu können. Die Ermittlungen haben eine Debatte in der politischen Landschaft ausgelöst, zugleich betonten die Behörden, dass es bislang keine Anzeichen für eine direkte Verwicklung des Präsidenten gebe.