Londoner Bürgermeister fordert: Labour soll für Wiedereintritt in die EU werben
Sadiq Khan verlangt, Labour solle bei der nächsten Parlamentswahl ein klares Versprechen zum Wiedereintritt in die EU abgeben und fordert von Keir Starmer mehr Entschlossenheit.
Nach Angaben des Londoner Bürgermeisters Sadiq Khan sollte die regierende Labour-Partei bei der nächsten Parlamentswahl ein explizites Versprechen zum Wiedereintritt in die Europäischen Union abgeben. In einem Interview mit CNBC forderte Khan Premierminister Keir Starmer dazu auf, bigger and bolder zu handeln und die Partei mutiger zu positionieren, nachdem Labour bei den jüngsten Kommunalwahlen schwere Verluste hinnehmen musste.
Im Mittelpunkt von Khans Kritik stand die ökonomische Bilanz des Brexits: Er bezeichnete den Austritt 2020 als erheblichen wirtschaftlichen Schaden und sprach von einer Form massiver Selbstschädigung. Vor dem Hintergrund steigender Lebenshaltungskosten argumentierte er, eine engere Anbindung an den Binnenmarkt und die Zollunion könne die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Landes stärken und so zur Prosperität beitragen. Khan forderte, dieses Ziel im nächsten Parteimanifest festzuschreiben; eine Parlamentswahl muss spätestens im August 2029 stattfinden.
Gleichzeitig begrüßte Khan Äußerungen von Starmer, wonach die Regierung die Beziehungen zur EU erneuern und die Ausrichtung Großbritanniens am Binnenmarkt und an der Zollunion stärken wolle. Zugleich mahnte der Bürgermeister, politische Führung dürfe nicht durch interne Machtkämpfe untergraben werden; mangelnde Tatkraft und Verzögerungen könnten das Vertrauen der Wählerschaft weiter schwächen. Er plädierte für klare politische Antworten statt für kurzfristige personelle Wechsel an der Parteispitze.
Daneben bezog Khan außenpolitische Faktoren in seine Bewertung ein. Er verwies auf jüngste internationale Entwicklungen, darunter US-Zollmaßnahmen und militärische Konflikte, die seiner Ansicht nach Handelsströme und Energiepreise belasteten und so den Druck auf britische Haushalte erhöhten. Deshalb müsse Großbritannien diese externen Belastungen anerkennen und politisch darauf reagieren, ohne dabei die Beziehungen zu Verbündeten zu gefährden.
Abschließend warnte Khan vor übereilten Personalrochaden innerhalb von Labour und betonte die Notwendigkeit einer strategischen Neuausrichtung der Partei in Wirtschafts- und Außenpolitik. Sein Appell richtete sich darauf, die Frage eines EU‑Wiedereinstiegs zum zentralen Bestandteil eines künftigen Wahlprogramms zu machen, um damit sowohl wirtschaftliche Ziele als auch das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen.