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Evakuierte Passagiere der MV Hondius in Frankreich und den USA positiv auf Hantavirus getestet

Eine Französin wurde nach Paris geflogen und liegt ernsthaft krank in einer Spezialklinik; ein US-Passagier in Nebraska ist asymptomatisch. Spanien bezeichnete die Rückführung als komplex und beispiellos.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Evakuierte Passagiere der MV Hondius in Frankreich und den USA positiv auf Hantavirus getestet
  • Mindestens zwei Evakuierte der MV Hondius wurden positiv auf das Andes‑Hantavirus getestet
  • eine Französin wird in Paris intensiv behandelt.

Nach Angaben französischer Behörden wurde eine französische Passagierin, die in Teneriffa von Bord des Kreuzfahrtschiffs MV Hondius evakuiert worden war, positiv auf Hantavirus getestet und befindet sich in einem ernsten Zustand in Paris. Die Frau gehörte zu fünf französischen Passagieren, die am Sonntag von Bord gingen und per Flug in die französische Hauptstadt gebracht wurden. Die Gesundheitsministerin Stéphanie Rist berichtete, die Patientin habe sich über Nacht verschlechtert und werde in einer Spezialstation für Infektionskrankheiten behandelt.

Gleichzeitig bestätigten US‑Behörden, dass ein US‑Staatsbürger, der zusammen mit 16 weiteren US‑Passagieren nach Nebraska geflogen worden war, ebenfalls positiv getestet wurde, jedoch keine Symptome zeige. Ein weiterer US‑Bürger wies nur leichte Symptome auf. Die US‑Seite teilte mit, dass bei mindestens einem der Fälle das Andes‑Virus nachgewiesen wurde, die einzige bekannte Hantavirus‑Variante mit dokumentierter Mensch‑zu‑Mensch‑Übertragung.

Zugleich läuft die großangelegte Rückführung der verbliebenen Passagiere und Besatzungsmitglieder weiter. Spanische Behörden beschrieben die Evakuierung von mehr als 100 Menschen aus 23 Nationen innerhalb von weniger als 48 Stunden als komplex und beispiellos. Beim Anlegen vor Teneriffa wurden Gesundheitskontrollen durchgeführt; Personal in Schutzanzügen begleitete Reisende von Bord und Messungen der Körpertemperatur gehörten zu den eingesetzten Maßnahmen.

Daneben bestätigte die Berichterstattung, dass bislang drei Passagiere der MV Hondius – ein niederländisches Ehepaar und eine deutsche Frau – an der Krankheit gestorben sind. Hantaviren sind in Argentinien endemisch, dem Abfahrtsort der Reise im April, und es existieren derzeit weder zugelassene Impfstoffe noch spezifische Heilmittel. Behörden in mehreren Ländern verfolgen Kontakte von Passagieren, die das Schiff bereits verlassen hatten, um mögliche Ansteckungswege zu unterbrechen.

In Frankreich wurden 22 Personen als potenziell exponiert identifiziert; darunter acht Reisende einer Verbindung zwischen Saint Helena und Johannesburg und 14 Personen von einem Flug zwischen Johannesburg und Amsterdam. Die Regierung ordnete für potenziell Betroffene eine Isolationsperiode von 42 Tagen an und beriet am Montag mit medizinischen Experten und Ministern über das weitere Vorgehen. Die französische Sprecherin mahnte zugleich zur Besonnenheit und versicherte, die Lage werde mit hoher Wachsamkeit verfolgt.