EU‑Haushalt 2028–2034: Parlament verlangt fast €2 Billionen, Verteidigung profitiert deutlich
Kommission schlägt €1,8 Bio. vor; Europaparlament verlangt €1,96 Bio. — Differenz von €175 Mrd. offenbart tiefe Konflikte über Prioritäten und Verteilungslogik.
Nach Angaben verhandelt die EU über ihren bislang größten mehrjährigen Finanzrahmen für 2028–2034. Die Europäische Kommission hat einen Vorschlag über 1,8 Billionen Euro vorgelegt; das Europaparlament drängt hingegen auf 1,96 Billionen Euro. Die Lücke von 175 Milliarden Euro zeigt, wie stark die Vorstellungen über das Gesamtvolumen und die inhaltlichen Schwerpunkte auseinanderlaufen und wie heftig die bevorstehenden Verhandlungen ausfallen dürften.
Zugleich drohen spürbare Einbußen für andere Politikfelder. Landwirtschaft, ärmere Regionen und zivilgesellschaftliche Organisationen würden nach der angedachten Neuberechnung deutlich geringere Mittel erhalten. Länder wie Tschechien, Slowenien und Portugal stünden hierbei besonders unter Druck, da die Umverteilung ihre Zuwendungen schmälern würde. Diese Verteilungskonflikte verschärfen die Spannungen zwischen Nettoempfängern und Beitragszahlern innerhalb der Union.
Daneben prägen grundsätzliche Streitpunkte die Verhandlungen: Eine Gruppe ‚frugaler‘ Staaten — zu der Deutschland, die Niederlande, Schweden und Österreich gerechnet werden — fordert einen schlankeren Haushalt und lehnt gemeinsame Verschuldungsinstrumente ab. Demgegenüber pocht das Parlament auf höhere Mittel für Klima, Kohäsion und bürgernahe Programme. Als nächster formaler Schritt steht die Abstimmung des Parlaments über sein Verhandlungsmandat am 18. Mai 2026 an. Ob sich Kommission, Rat und Parlament vor 2027 auf Volumen und Finanzierungsinstrumente einigen können, bleibt offen.