JKCM News
Startseite
Europa

Ukrainische Drohnen treffen russische Ölterminals und Raffinerien – Großbrand in Novorossiysk gemeldet

Über Nacht meldeten mehrere Kanäle Angriffe auf russische Öl-Infrastruktur in unterschiedlichen Regionen; Russland berichtet von massiven Luftabwehrmaßnahmen und Stromausfällen.

JKCM News 2 Min Lesezeit
Titelbild: Ukrainische Drohnen treffen russische Ölterminals und Raffinerien – Großbrand in Novorossiysk gemeldet
  • Ziel der Attacken waren Häfen und Raffinerien
  • Beobachter warnen vor langwierigen Reparaturen und möglicher Beeinträchtigung der Exportkapazitäten.

Nach Angaben örtlicher Online-Kanäle und militärischer Stellen griffen ukrainische Drohnen in der Nacht das Ölterminal Sheskharis im Schwarzmeerhafen Novorossiysk in der Region Krasnodar an. Veröffentlichtes Videomaterial zeigte einen großen Brand im Hafenbereich; gleichzeitig wurden aus mehreren Regionen weitere Treffer an Öl-Anlagen gemeldet.

Gleichzeitig teilte das russische Militär mit, dass Luftabwehreinheiten innerhalb von drei Stunden 148 Drohnen abgeschossen hätten. In Verbindung mit den Luftangriffen kam es nach russischen Angaben zu großflächigen Stromausfällen; beinahe eine halbe Million Haushalte sollen betroffen gewesen sein.

Im Mittelpunkt der Beobachtungen steht ein Muster verstärkter Attacken auf Öl-Infrastruktur in den vergangenen zwei Wochen. Das Institute for the Study of War stellte fest, dass Angriffe auch den Ostseehafen Primorsk und Einrichtungen im Leningrader Gebiet betroffen hätten; eine angebliche Attacke auf Primorsk in der Nacht vom 4. auf den 5. April wird als bereits dritte in kurzer Folge eingeordnet.

Russische Militärblogger äußerten, die Schäden an Exportinfrastruktur und Schiffen würden nur langsam und kostspielig zu beheben sein, und wiesen auf Einschränkungen beim Ersatz beschädigter Teile hin. Zugleich meldeten russische Behörden weitere Zwischenfälle: In der Grenzregion Belgorod sei bei Drohnenangriffen eine Person getötet worden, und in Novorossiysk sei ein Wohnhaus getroffen worden.

Daneben berichteten Behörden von mehreren Angriffen auf die Krim: Der Gouverneur von Sewastopol gab an, seine Stadt sei im Verlauf des Sonntags mehrfach Ziel von Drohnen gewesen, wobei sieben Unbemannte abgeschossen worden seien. Ebenfalls gemeldet wurde ein Vorfall im Asowschen Meer, bei dem ein Frachtschiff mit Weizen nach einem mutmaßlichen Drohnenangriff sank; eine Person sei tot, zwei weitere würden vermisst.

Unterdessen haben Analysten gewarnt, dass die Angriffe unmittelbare Folgen für Russlands Exportkapazitäten haben könnten und Reparatur- sowie Ersatzzeiten sich verlängern dürften. Konkrete, unabhängige Schadensbewertungen liegen bislang nicht vor, weshalb das Ausmaß der materiellen Verluste und die längerfristigen Auswirkungen auf Exportströme noch offen bleiben.