US‑Abgeordneter David Scott aus Georgia mit 80 Jahren gestorben
David Scott war der erste schwarze Vorsitzende des House Agriculture Committee und bewarb sich um seine 13. Kongressperiode.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP ist der demokratische Abgeordnete David Scott aus Georgia im Alter von 80 Jahren gestorben. Scott hatte als erster Afroamerikaner den Vorsitz des einflussreichen House Agriculture Committee inne und war zum Zeitpunkt seines Todes Kandidat für eine 13. Amtszeit im Repräsentantenhaus gewesen.
Im Mittelpunkt seiner politischen Arbeit standen Agrar‑ und Ernährungspolitik; er setzte sich insbesondere für Unterstützungsmittel für historisch schwarze Land‑Grant‑Universitäten ein. Zu den von ihm durchgesetzten Maßnahmen zählt die Bereitstellung von Mitteln im Rahmen des Farm Bill, mit denen mehrere entsprechende Hochschulen gefördert wurden. Zudem engagierte er sich für Wohn‑ und Hypothekenhilfen sowie für Leistungen für Veteranen.
Nach dem Schritt in die Politik arbeitete Scott zuerst als Mitarbeiter im Umfeld von Andrew Young, später gründete er in Atlanta ein Werbeunternehmen und baute von dort aus eine bundesweit beachtete Karriere auf. Geboren wurde er am 27. Juni 1945 in Aynor, South Carolina; er studierte an der Florida A&M University und erwarb 1969 einen MBA an der Wharton School der University of Pennsylvania.
Zugleich hatte Scott in den vergangenen Jahren mit nachlassender Gesundheit und innerparteilicher Kritik zu kämpfen. Er war bereits 2024 einer Primärherausforderung ausgesetzt gewesen und sah sich zum Zeitpunkt seines Todes erneut einem Gegenkandidaten gegenüber. Trotz des Drucks betonte er wiederholt, er werde selbst entscheiden, wann er sein Amt aufgibt.
In Washington reagierten führende Demokraten mit Bestürzung und Anerkennung auf die Nachricht. Mehrere Kollegen würdigten Scott als Wegbereiter, der sein District engagiert vertreten und innerhalb des Parlaments Pionierarbeit geleistet habe. Die Meldung vom Tod des Abgeordneten erreichte die Kongressdelegation während des wöchentlichen Treffens der Congressional Black Caucus und löste dort sichtliche Betroffenheit aus.
Unterdessen hat Scotts Tod unmittelbare parlamentarische Konsequenzen: Er ist der vierte demokratische Abgeordnete, der in dieser Legislaturperiode verstorben ist, und verändert damit leicht die Mehrheitsverhältnisse im Repräsentantenhaus. Konkrete organisatorische Schritte zur Nachfolge standen zum Zeitpunkt der Meldung noch aus.