US‑Justiz eröffnet Ermittlungen gegen E Jean Carroll wegen möglicher Falschaussage
Bundesstaatsanwälte prüfen, ob die Autorin E Jean Carroll in einer Deposition 2022 falsche Angaben über externe Prozessfinanzierung gemacht hat.
Nach Angaben mehrerer Medien hat das US-Justizministerium eine strafrechtliche Untersuchung gegen die Schriftstellerin E Jean Carroll eröffnet. Im Mittelpunkt steht demnach die Frage, ob Carroll während einer Deposition im Jahr 2022 falsch ausgesagt hat, als sie erklärte, keine externe finanzielle Unterstützung für ihre Klagen gegen Donald Trump erhalten zu haben.
Zugleich wiesen Carrolls Vertreter darauf hin, dass sie nie direkten Kontakt zu Mitarbeitern der beteiligten Nonprofit‑Organisation gehabt habe. Vor dem Prozess erlaubte ein Richter, Carroll in einer nachträglichen Deposition nochmals zu befragen; Auszüge aus diesen Vernehmungen wurden außerdem in dem kürzlich in New York gezeigten Dokumentarfilm Ask E Jean verwendet.
Hintergründe ergeben sich aus früheren Gerichtsentscheidungen: Eine Dreier‑Richterkammer des US‑Berufungsgerichts in New York hatte 2024 bereits die Behauptung verworfen, Carroll habe in der Deposition gelogen. Die Richter kamen damals zu dem Schluss, Carroll habe glaubhaft dargestellt, sich nicht an die begrenzte externe Finanzierung erinnert zu haben, und sie sei nicht in die Entscheidungen zur Mittelvergabe eingebunden gewesen.
Berichten zufolge wurde die neue Untersuchung im Northern District of Illinois von Andrew Boutros eröffnet. Zugleich habe Todd Blanche, der in der Carroll‑Sache für Trump verteidigt hatte, sich wegen Befangenheit von der Angelegenheit zurückgezogen. Die nun offengelegte Prüfung ist bislang nicht mit öffentlich bekannten Anklagen verbunden.
Die Ermittlungen setzen eine langwierige juristische Auseinandersetzung fort, in deren Verlauf Geschworene Carroll bereits Schadensersatz zugesprochen hatten. Gegen diese Urteile sind Berufungen anhängig; Trump bestreitet die Entscheidungen und arbeitet an deren Anfechtung. Konkrete Details oder neue Anklagepunkte sind bislang nicht öffentlich gemacht worden.
Inzwischen bleibt unklar, welche Beweismittel die Staatsanwälte prüfen und wie weit die Untersuchung fortschreiten wird. Die Berichte verweisen auf die mögliche Fokussierung auf Aussagen in Carrolls zwei Zivilklagen gegen den Präsidenten, unter anderem zur Frage, welche finanziellen Mittel für die Verfahren bereitgestellt worden seien.