USA bauen Quarantäne‑ und Behandlungszentrum in Kenia für Ebola‑Betroffene
Die US‑Regierung errichtet in Kenia eine Quarantäne‑ und Behandlungsanlage für Amerikaner mit Ebola‑Risiko aus der Demokratischen Republik Kongo. Experten warnen vor ethischen Konflikten und Abschreckungseffekten auf Helfer und Betroffene.
- Weißes Haus bestätigt Aufbau einer Anlage in Kenia für Quarantäne und Behandlung
- offen bleibt, ob Betroffene in die USA zurückverlegt werden dürfen.
Nach Angaben des Weißen Hauses baut die US‑Regierung in Kenia ein Quarantäne‑ und Behandlungszentrum für US‑Staatsangehörige auf, die der Ebola‑Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo ausgesetzt waren oder erkranken. Die Anlage solle schnellen Zugang zu hochwertiger Versorgung ermöglichen, ohne die Risiken eines langen Transports in die Vereinigten Staaten in Kauf nehmen zu müssen.
Gleichzeitig bestätigte die Administration, dass die Einrichtung auch die Behandlung von Erkrankten übernehmen könne, inklusive Intensivpflege; jede Erkrankung solle jedoch individuell geprüft werden, um gegebenenfalls eine Verlegung zur bestmöglichen weiteren Behandlung zu veranlassen. Unklar blieb, ob ein solcher Weitertransport in die USA oder in europäische Einrichtungen erfolgen würde, und ob US‑Bürger alternativ in die Heimat zurückkehren dürfen, wenn sie dies bevorzugen.
Neben den ethischen Einwänden verweisen Vertreter von Hilfsorganisationen und ehemalige Regierungsmitarbeiter auf frühere Einsätze, in denen Rückkehrmöglichkeiten für eingesetzte Gesundheitskräfte Teil der Anreizstruktur waren. Ohne klare Zusagen zur Rückkehr und Versorgung drohten langfristige Auswirkungen auf die Bereitschaft von Personal, sich an internationalen Reaktionen zu beteiligen; das könne die Effektivität künftiger Einsätze schwächen.
Die Maßnahme ist eingebettet in bestehende Beschränkungen: Personen mit Aufenthaltstiteln, die kürzlich in der Demokratischen Republik Kongo, Uganda oder dem Südsudan waren, dürfen demnach nicht in die Vereinigten Staaten zurückkehren; ähnliche Einreiseverbote gelten für andere Reisende aus diesen Ländern. Diese Regelungen und die neuen Pläne zur Versorgung im Ausland nähren die Sorge, dass Fachkräfte und Freiwillige künftig weniger bereit sein könnten, sich an Maßnahmen zur Eindämmung des Ausbruchs zu beteiligen.