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Verbündete kündigen 120.000 Drohnen und zusätzliche Luftabwehrlieferungen für die Ukraine an

Bei der 34. Sitzung der Ukraine Defence Contact Group in Berlin kündigten Großbritannien, Deutschland und weitere Partner umfangreiche Lieferungen an, um die ukrainische Luftabwehr und Drohnenkapazitäten zu stärken.

Euronews 2 Min Lesezeit
Titelbild: Verbündete kündigen 120.000 Drohnen und zusätzliche Luftabwehrlieferungen für die Ukraine an
  • Britisches Paket umfasst mehr als 120.000 Drohnen
  • Deutschland finanziert mehrere hundert Patriot-Raketen und zusätzliche IRIS‑T‑Starter.

Nach Angaben der Veranstalter kündigte Großbritannien auf der 34. Sitzung der Ukraine Defence Contact Group in Berlin die Lieferung von mehr als 120.000 Drohnen an. Das Paket umfasst nach den Angaben außerdem Munition und Flugabwehrraketen. Das Treffen fand im deutschen Verteidigungsministerium statt und wurde gemeinsam von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und dem britischen Verteidigungsminister John Healey ausgerichtet.

Gleichzeitig bekräftigte Deutschland weitreichende Verpflichtungen zur Verstärkung der ukrainischen Luftverteidigung. Bestandteil des zuvor vereinbarten 4‑Milliarden‑Euro‑Pakets sind mehrere hundert Patriot‑Raketen, deren Beschaffung über einen von Deutschland finanzierten Vertrag zwischen der ukrainischen Regierung und dem US‑Hersteller Raytheon erfolgen soll. Darüber hinaus wurde die Finanzierung zusätzlicher Startvorrichtungen für IRIS‑T‑Systeme mit Diehl Defence zugesagt, um den Schutz kritischer Infrastruktur und von Städten zu verbessern.

Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Erkenntnis, dass Drohnen das Kriegsgeschehen maßgeblich beeinflussen. NATO‑Generalsekretär Mark Rutte hob hervor, dass die Allianz aus den Erfahrungen mit unbemannten Systemen lerne und diese Erkenntnisse in die Kooperation einfließen ließen. Die Teilnehmer betonten zudem die Bedeutung der Prioritised Ukraine Requirements List (PURL), um insbesondere US‑geführte Fähigkeiten schneller zu finanzieren und bereitzustellen.

An dem Treffen nahmen mehrere Minister und Vertreter persönlich teil; andere Delegationen schalteten sich virtuell zu. US‑Verteidigungsminister Pete Hegseth war demnach nicht persönlich anwesend; das Pentagon entsandte stattdessen den Politikchef Elbridge Colby. Die Gastgeber wiesen darauf hin, dass trotz der eskalierenden Krisen im Mittleren Osten die Unterstützung für die Ukraine weitergehen müsse.

Die zugesagten Systeme und Lieferungen sollen nicht sofort, sondern gestaffelt innerhalb der kommenden zwölf bis 36 Monate eintreffen. Konkrete Zeitpläne für einzelne Lieferungen sowie eine detaillierte Aufschlüsselung der Materialien wurden in den vorliegenden Angaben nicht genannt. Ukraines Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov betonte derweil die Notwendigkeit, die heimische Drohnenproduktion zu erhöhen und Lieferungen an die Front zu beschleunigen.

Daneben wurde bei den Beratungen die koordinierte Finanzierung und gemeinsame Projekte angesprochen, darunter eine gemeinsame Drohnenproduktion und der Austausch digitaler Gefechtsdaten. Die deutschen Zusagen zielen nach den Angaben darauf ab, die ukrainische Luftverteidigung nachhaltig zu stärken und die operativen Fähigkeiten des Landes in den kommenden Jahren deutlich auszubauen.