Vorhersagen: Starkes El Niño könnte 2027 zum heißesten Jahr machen
Ein datenbasiertes Modell sagt ein mögliches ‚Super‘-El Niño gegen Ende 2026 voraus; gleichzeitig zeigen Klimadaten ungewöhnlich hohe Temperaturen und Rekordtiefs beim arktischen Meereis.
- Ein Team der University of Hawai‘i prognostiziert mit einem empirischen Modell ein starkes El Niño
- Modellzusammenstellungen deuten darauf hin, dass 2027 ein Rekordjahr werden könnte.
Nach Angaben verfügbarer Klimadaten gehörten die Durchschnittstemperaturen der ersten drei Monate 2026 zu den vier höchsten seit Beginn der Aufzeichnungen, während die arktische Meereisdecke ein Rekordtief erreichte. Diese Befunde heben die Anfälligkeit des globalen Klimasystems hervor und rücken die mögliche Entwicklung eines starken El Niño gegen frühen Herbst in den Fokus der Beobachter.
Zugleich hat ein Forschungsteam der University of Hawai‘i in M?noa ein empirisches Vorhersagemodell vorgestellt, das nach Angaben der Autoren El Niño- und La Niña-Zustände bis zu 15 Monate im Voraus mit nützlicher Genauigkeit prognostizieren kann. Das Modell nutzt beobachtete Meeresoberflächentemperaturen und Änderungen des Meeresspiegels als Indikatoren für den Hitzeaufbau im tropischen Pazifik und verzichtet damit auf rechenintensive dynamische Klimasimulationen.
Inzwischen hat eine Zusammenführung mehrerer Temperaturdatensätze ergeben, dass die gängigen Klimamodelle bis September eine mittlere Ni?o3.4-Anomalie von rund 2,2 °C vorhersagen. Nach gebräuchlichen Definitionen würde eine solche Anomalie in den Bereich eines starken bis ‚Super‘-El Niño fallen. Ein derart ausgeprägtes Ereignis treibt weltweit Temperaturen nach oben und verändert typische Wettermuster, etwa durch verstärkte Hitzephasen, Dürren, Überschwemmungen und Meereswärme.