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Warum der Klimawandel das Lamm vom Oster-Menü verdrängt

Analyse: Aufeinanderfolgende Extremwetterereignisse seit 2022 haben die Lammpreise in Grossbritannien und Teilen Europas spürbar erhöht und Verbraucher über Jahre mit höheren Ausgaben belastet.

Euronews 2 Min Lesezeit
Titelbild: Warum der Klimawandel das Lamm vom Oster-Menü verdrängt
  • Seit 2022 haben Klima-Schocks Lammpreise im Vereinigten Königreich mehrfach um sieben bis 21 Prozent steigen lassen
  • für regelmäßige Lammesser summieren sich die Mehrkosten über drei Jahre auf etwa £168.

Neue Auswertungen zeigen, dass klimabedingte Extremwetterereignisse die Preisentwicklung für Lammfleisch in Europa deutlich beeinflussen. Eine Untersuchung von Zero Carbon Analytics im Auftrag der Energy and Climate Intelligence Unit kommt zu dem Ergebnis, dass aufeinanderfolgende Klima-Schocks seit 2022 die Lammpreise im Vereinigten Königreich bei jedem Ereignis um sieben bis 21 Prozent nach oben trieben. Damit gehören Lammprodukte zu den schnellsten Preistreibern auf dem Lebensmittelmarkt.

Die Analyse beziffert die kumulierten Mehrkosten für regelmäßige Lamm-Konsumenten in Grossbritannien: Für die etwa 2,6 Millionen Haushalte, die Lamm regelmäßig essen, summierten sich die zusätzlichen Ausgaben in den vergangenen drei Jahren auf rund £168 (etwa €193). Parallel zeigen Eurostat-Daten, dass die Lebensmittelpreise in der EU im Vorjahr um 3,3 Prozent stiegen; Lammpreise legten dabei um 7,2 Prozent zu und zählten damit zu den stärksten Treibern der Lebensmittelinflation.

Als unmittelbare Ursachen nennt die Untersuchung Dürre, Hitze und starke Niederschläge, die Weidewachstum, Einstreu-Reserven und Schlachtgewichte beeinträchtigen. In Grossbritannien führte die schwere Niederschlagsperiode im Winter 2023/24 demnach zu einem Aufschlag von £5 auf den Preis eines Lammbratens zu Ostern 2024; ein weiteres Extremereignis erhöhte den Preis zu Ostern 2025 um zusätzliche £7. Landwirte berichten von anhaltenden Effekten: Wassergetränkte Böden und schwaches Graswachstum lassen Lämmer mit geringeren Schlachtgewichten zur Schlachtung gelangen, was den Fleischanteil pro Tier verringert und die Produktionskosten steigen lässt.

Die Untersuchung macht deutlich, dass solche Klima-Schocks selbst in wohlhabenden, temperierten Agrarländern überraschend persistente Preiswirkungen entfalten können. Für Produzenten bedeuten wiederholte Ernte- und Futtereinbußen höhere Betriebskosten und betriebliche Unsicherheiten; Konsumenten sehen sich über mehrere Jahre mit spürbar höheren Ausgaben konfrontiert.

Die Debatte über die Preisentwicklung reicht über die kurzfristigen Mehrkosten hinaus. Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion tragen weltweit erheblich zu Treibhausgasemissionen bei, wodurch die Verwundbarkeit von Erzeugungssystemen gegenüber wiederkehrenden Extremereignissen verstärkt wird. Insbesondere Schlüsselerzeugnisse wie Lamm erscheinen dadurch anfällig für wiederkehrende Klimaeinflüsse, was Produzenten und Verbrauchern auch über saisonale Effekte hinaus zusätzliche Belastungen bringen kann.