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Zelenskyy fordert europäisches Antiballistiksystem innerhalb eines Jahres

Ukraine führt Gespräche mit mehreren Staaten über ein eigenständiges europäisches Raketenabwehrsystem; nächtliche Drohnenangriffe und ein ukrainischer Schlag gegen eine Drone‑Produktionsstätte zeigen die anhaltende Sicherheitslage.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Zelenskyy fordert europäisches Antiballistiksystem innerhalb eines Jahres
Zelenskyy fordert die Entwicklung einer europäischen Antiballistiklösung innerhalb eines Jahres und führt Gespräche mit mehreren Ländern zur Umsetzung.

Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Zelenskyy müsse Europa innerhalb eines Jahres ein eigenes System zur Abwehr ballistischer Raketen entwickeln. Er erklärte, Kiew führe Gespräche mit mehreren Ländern, um eine europäische Lösung zu schaffen, und nannte den Aufbau eines eigenen Antiballistiksystems als klares Ziel innerhalb dieses Zeitraums.

Zugleich begründete Zelenskyy den Vorstoß mit der starken Abhängigkeit von begrenzten Beständen des US‑Systems Patriot, die angesichts umfangreicher Einsätze in anderen Regionen knapp geworden seien. Als bisher einzige in Europa verfügbare Antiballistiklösung gilt das italo‑französische SAMP/T, das jedoch nur in vergleichsweise geringen Stückzahlen gefertigt wird, so die Darstellung.

Parallel dazu meldete die ukrainische Militärführung anhaltende Kampfhandlungen in der Nacht: Russland habe 236 Drohnen in ukrainisches Gebiet gestartet, von denen nach Angaben der Luftwaffe 203 abgeschossen worden seien und 32 Ziele in 18 Orten getroffen worden seien. Russland wiederum berichtete, 274 ukrainische Drohnen sowie gelenkte Luftbomben und eine Neptune‑Marschrute abgeschossen zu haben, machte aber keine Angaben dazu, wie viele Angriffe Ziele trafen.

In der Region kam es zu zivilen Opfern. In Tschernihiw tötete ein nächtlicher Drohnenangriff einen 16‑jährigen Jungen; vier weitere Personen wurden verletzt. In Cherson verstarb ein Mann nach einem Drohnentreffer an einem Van, ein weiterer erlitt Splitterverletzungen und wurde ins Krankenhaus gebracht, teilten regionale Verantwortliche mit.

Nach dem Schritt meldete Kiew auch einen gezielten Schlag gegen die Drohnenfabrik Atlant Aero in Taganrog; das ukrainische Generalstab bezeichnete die Aktion als Angriff auf Produktionsanlagen. Die Marine erklärte, die Attacke sei mit domestisch gefertigten Neptune‑Marschruten durchgeführt worden. Russische Stellen berichteten von Bränden an mehreren zivilen Objekten, darunter einem Berufsbildungszentrum, sowie von Schäden an Fahrzeugen.