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1.500 Beagles aus US‑Versuchszucht verkauft – Rettungsorganisationen evakuieren erste Hunde

Big Dog Ranch Rescue und das Center for a Humane Economy haben eine vertrauliche Vereinbarung zum Kauf von 1.500 Beagles aus der Wisconsiner Zucht‑ und Versuchsanlage Ridglan Farms getroffen; die ersten Tiere werden medizinisch versorgt und auf Vermittlung vorbereitet.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: 1.500 Beagles aus US‑Versuchszucht verkauft – Rettungsorganisationen evakuieren erste Hunde
Die ersten 300 Beagles wurden am Freitag aus der Anlage gebracht und in einem temporären Aufnahmecamp in Wisconsin geimpft, gechippt und kastriert.

Nach Angaben der beteiligten Organisationen schlossen Big Dog Ranch Rescue und das Center for a Humane Economy eine vertrauliche Vereinbarung zum Kauf von 1.500 Beagles aus der Zucht‑ und Versuchsanlage Ridglan Farms in Wisconsin. Die Gespräche über den Erwerb liefen den Angaben zufolge bereits Monate vor den öffentlichen Protesten, bei denen im April rund 1.000 Aktivisten zur Anlage kamen.

Im Mittelpunkt der unmittelbaren Einsatzmaßnahmen standen zunächst 300 Hunde, die am Freitag aus der Einrichtung gebracht wurden. In einem vorübergehenden Zwischenlager in Wisconsin richteten die Rettungsgruppen Spielbereiche ein und begannen mit medizinischer Grundversorgung: Impfungen, Einbringen von Mikrochips sowie Kastrations‑ und Sterilisationsmaßnahmen, bevor die Tiere für den Transport vorbereitet werden.

Zugleich kündigte Big Dog Ranch Rescue an, zusammen mit Partnern landesweit etwa 1.000 der Tiere in Pflegefamilien oder Auffangstationen zu vermitteln. Das Center for a Humane Economy will die verbleibenden Hunde übernehmen. Für die Vermittlung gingen bereits mehr als 700 Anträge auf Adoption ein; die Organisationen wiesen jedoch darauf hin, dass gründliche Prüfungen potenzieller Adoptiveltern sowie Trainings- und Rehabilitationsmaßnahmen Zeit in Anspruch nehmen werden.

Die Übernahme der Tiere erfolgt vor dem Hintergrund laufender juristischer Auseinandersetzungen mit Ridglan Farms. Das Unternehmen hatte im Oktober zugestimmt, seine staatliche Zuchtlizenz zum 1. Juli aufzugeben, um eine Anklage wegen Tierquälerei zu vermeiden. Ridglan weist die Vorwürfe von Misshandlung zurück; ein Sonderstaatsanwalt stellte jedoch fest, dass in der Anlage Augenoperationen durchgeführt worden seien, die veterinärmedizinischen Standards nicht entsprachen.

Daneben gab es bereits Vorfälle und juristische Schritte im Umfeld der Proteste: Aktivisten hatten zuvor Hunde aus der Anlage entfernt und eine Bundesklage eingereicht, in der sie ein unverhältnismäßiges Vorgehen der Polizei anführten. Ridglan Farms bezeichnete die Protestierenden als gewalttätig und sprach von einem Angriff auf eine staatlich lizenzierte Forschungseinrichtung. Die Rettungsgruppen betonten ihrerseits, nicht mit den Protestaktionen verbunden zu sein und sich ausschließlich auf die Versorgung und Vermittlung der geretteten Hunde zu konzentrieren.