Weiterhin ungeklärt, wer Secret‑Service‑Agenten beim Anschlagsversuch auf Trump traf
Gerichtsdokumente nennen einen verletzten Agenten, machen aber nicht eindeutig, wer geschossen hat; öffentliche Aussagen der Behörden widersprechen sich teilweise.
Nach Angaben der Strafverfolgungsunterlagen bleibt offen, ob der angeklagte Verdächtige den Secret‑Service‑Agenten bei dem Anschlagsversuch auf Präsident Donald Trump tatsächlich getroffen hat. In den eingereichten Gerichtspapieren heißt es, ein Agent mit den Initialen V.G. sei einmal in die Brust geschossen worden, zugleich enthalten die Anklageakten jedoch keine ausdrückliche Behauptung, dass der Beschuldigte Cole Tomas Allen der Schütze gewesen sei.
Im Mittelpunkt der Akten steht die Schilderung des Ereignisablaufs: Demnach soll der Beschuldigte bewaffnet gewesen sein — unter anderem mit einer halbautomatischen Pistole, einer Schrotflinte und mehreren Messern — und durch einen Metalldetektor in den Ballsaalbereich gelangt sein. Die Unterlagen vermerken, dass Sicherheitskräfte beobachteten, wie der Angreifer die Schrotflinte in Richtung der Treppe zum Ballsaal abfeuerte. Dabei wird in den Dokumenten nicht eindeutig dargelegt, ob von ihm abgegebene Schüsse Personen trafen.
Zugleich berichten die Akten, Secret‑Service‑Personal habe fünfmal auf den Angreifer gefeuert; nach Darstellung der Behörden trafen diese Schüsse den Verdächtigen nicht. Die Verteidigung wies in einer Einlassung darauf hin, dass die Regierung ihre öffentliche Darstellung im Verlauf der Ermittlungen angepasst habe und inzwischen die Behauptung weglasse, der Angeklagte habe den Agenten angeschossen. Behördenseitig wurden bislang keine weiteren Details zur ballistischen Spurensicherung veröffentlicht.
Nach dem Schritt, die Ermittlungen weiterzuführen, umfasst die Anklage gegen Allen bereits mehrere Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Vorfall. Die Staatsanwaltschaft behält sich vor, zusätzliche Anklagepunkte zu erheben, sollte die forensische Aufklärung weitere Erkenntnisse liefern. Experten halten es für plausibel, dass Ballistik, Videomaterial und andere Spuren erst in den kommenden Wochen eindeutig verknüpft werden können.