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1MDB‑Financier Jho Low beantragt offenbar Begnadigung bei Donald Trump

Der mutmaßliche Drahtzieher des 1MDB‑Skandals ist in den USA und in Malaysia wegen Korruption und Geldwäsche angeklagt; sein Begnadigungsantrag sorgt in Malaysia für Ablehnung und fordert internationale Zusammenarbeit.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: 1MDB‑Financier Jho Low beantragt offenbar Begnadigung bei Donald Trump
  • Ein Eintrag auf der Website des US‑Justizministeriums weist einen laufenden Antrag aus
  • malaysische Behörden verlangen Unterstützung bei der Auffindung Lows.

Nach Angaben örtlicher Medien hat der malaysische Finanzier Taek Jho Low in diesem Jahr beim US‑Präsidenten einen Antrag auf Begnadigung gestellt. Mit dem Gesuch zielt Low offenbar darauf ab, anhängige US‑Strafverfahren zu beenden, in denen ihm unter anderem Korruption und Geldwäsche vorgeworfen werden. Ein Eintrag auf der Website des US‑Justizministeriums listet einen laufenden Antrag unter dem Namen Taek Jho Low.

Im Mittelpunkt der Vorwürfe steht Lows mutmaßliche Rolle bei der Veruntreuung von mindestens 4,5 Milliarden US‑Dollar aus dem staatlichen Fonds 1Malaysia Development Berhad (1MDB). Dieser Fall zählt zu den größten Finanzskandalen der vergangenen Jahre. Low bestreitet wiederholt jegliches Fehlverhalten; sein derzeitiger Aufenthaltsort ist nicht öffentlich bekannt.

Zugleich reagierten malaysische Behörden ablehnend auf den Begnadigungsantrag. Johari Abdul Ghani, Vorsitzender einer Taskforce zur Rückgewinnung vermuteter 1MDB‑Vermögenswerte, forderte statt einer Begnadigung Unterstützung der USA bei der Lokalisierung Lows, um weitere Ermittlungen zu ermöglichen. Er erklärte, ihm seien keine Gespräche über eine Rückgabe von Vermögenswerten zwischen Low und den malaysischen Behörden bekannt.

Daneben berichten Medien, dass Malaysia zeitweise eine Interpol‑Red‑Notice gegen Low ausgesetzt habe, um die Rückführung bedeutender Vermögenswerte zu erleichtern. Bereits 2019 hatten US‑Behörden zufolge Verhandlungen zur Rückgewinnung von Vermögenswerten geführt, die zur Rückgabe etwa einer Milliarde Dollar führten; damals gab Low unter anderem eine Privatmaschine und Luxusimmobilien ab. Der malaysische Premierminister Anwar Ibrahim sagte 2023, seine Regierung verhandle mit anderen Staaten, um Lows Rückkehr zu beschleunigen; nähere Details nannte er nicht. Eine Bestätigung zu Lows Aufenthaltsort, zu laufenden Verhandlungen oder zu einer Entscheidung des US‑Präsidenten liegt derzeit nicht vor.