Empörung in Utah nach Genehmigung eines Rechenzentrums von doppelter Manhattan‑Größe
Ein Vorhaben auf mehr als 40.000 Acres mit rund 9 GW Spitzenbedarf sorgt in Utah für scharfe Kritik wegen hohem Energie- und Wasserverbrauchs sowie möglichen Folgen für das Great Salt Lake‑Ökosystem.
- Trotz fast 4.000 Einwänden genehmigten Bezirkskommissare einen der weltgrößten KI‑Rechenanlagen
- Gegner warnen vor Gefahr für Wasserressourcen, Klima und Vogelhabitaten.
Nach Angaben der Planer soll das Projekt auf mehr als 40.000 Acres über drei Standorte in Box Elder County errichtet werden und einen Strombedarf von etwa 9 Gigawatt haben. Das entspricht mehr als dem derzeitigen Gesamtverbrauch des Bundesstaates Utah und verlangt nach großflächigen Kühlsystemen, für die nach Angaben von Fachleuten erhebliche Wassermengen nötig wären.
Im Mittelpunkt der Kritik steht die Lage in einer Region, die in den vergangenen Jahren wiederholt unter schweren Dürren litt. Gegner und Umweltverbände warnen, dass der zusätzliche Wasserentzug und die hohe Energiezufuhr das reduzierte Wasservolumen des Great Salt Lake weiter belasten könnten. Das zurückweichende Seewasser hat bereits Schutzgebiete für Zugvögel und angrenzende Ökosysteme gefährdet; die Befürchtung lautet, dass sich diese Trends durch das Großprojekt verstärken könnten.
Nach dem Schritt, die Genehmigung durch die Bezirkskommissare zu erteilen, kam es zu heftigen öffentlichen Protesten. Fast 4.000 Einsprüche waren bei den Behörden eingegangen; Anwohner organisierten hitzige Sitzungen und mobilisieren nun für einen Volksentscheid. Um die Entscheidung noch auf den Stimmzettel im November bringen zu können, müssen Gegner binnen 45 Tagen mehr als 5.400 Unterschriften sammeln.
Daneben bleibt strittig, wie die Versorgung des Rechenzentrums umgesetzt werden soll und welche Auswirkungen neue Energieinfrastruktur auf die Region hätte. Das Genehmigungsverfahren hat die Debatte über Prioritäten bei Wasser- und Energienutzung in einem ohnehin fragilen Ökosystem neu entfacht und zeigt die Spannungen zwischen großindustriellen Technologieprojekten und lokalen Umweltinteressen.